Jörg Meuthen (AfD) (Foto: dpa Bildfunk, Christoph Schmidt/dpa)

Offenbar dieselben Geldquellen wie bei Weidel Auch Meuthen in AfD-Spendenaffäre verwickelt

Die Spendenaffäre um AfD-Fraktionschefin Alice Weidel weitet sich aus. Nach Medienangaben profitierte AfD-Parteichef Jörg Meuthen offenbar von denselben Einzelspendern wie Weidel.

Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "REPORT MAINZ" und des "Spiegel" geht die Beteiligung des ehemaligen AfD-Fraktionschefs im Landtag von Baden-Württemberg an der Spendenaffäre aus Namenslisten hervor, die die AfD kürzlich der Bundestagsverwaltung übermittelt hat. Demnach sind Meuthens angebliche Gönner teilweise namentlich identisch mit jenen Personen, die von der Partei als angebliche Spender Weidels präsentiert wurden.

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Spender: Laut AfD offenbar "mehrere Personen"

Im Fall Weidel geht es um rund 130.000 Euro, die 2017 auf einem AfD-Wahlkampfkonto eingingen. Als Absender firmierte eine Pharmafirma aus Zürich. Wie die AfD nun in ihrem Rechenschaftsbericht schreibt, stammte das Geld in Wahrheit von "mehreren Personen" mit deutschem oder EU-Pass.

Im Fall Meuthen geht es ebenfalls um dubiose Wahlkampffinanzierung. Bei seiner Kandidatur für den Stuttgarter Landtag ließ sich der AfD-Bundesvorsitzende 2016 von der Schweizer PR-Agentur Goal AG bei einer Werbekampagne mit Inseraten, Flyern, Plakaten und einer Website unterstützen.

Namen tauchen bei Meuthen und Weidel auf

Zumindest bezüglich der Website sprach die Partei bislang von einem "Freundschaftsdienst" des Goal AG-Chefs. Davon ist im neuen AfD-Bericht keine Rede mehr. Auch diese Kosten seien "von mehreren Personen" übernommen worden. Einige dieser Finanziers tauchen auch auf der Weidel-Liste auf. Meuthen wurde 2016 AfD-Landtagsfraktionschef in Stuttgart. Er gab den Posten vor einem Jahr auf und wechselte ins Europäische Parlament.

Fragen zur Namensgleichheit der angeblichen Gönner wollte die AfD nicht beantworten: Es handle sich um eine "derzeit in Klärung befindliche Anfrage der Bundestagsverwaltung". Im Falle der Weidel-Spende, die von der AfD erst Monate später zurücküberwiesen worden war, ermittelt die Staatsanwaltschaft Konstanz. Sogenannte "Strohmannspenden", bei denen die Spender verschleiert werden, sind illegal.

SPD-Landeschef bescheinigt AfD "moralischen Bankrott"

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch warf der AfD "kompletten moralischen Bankrott" vor. Die Partei sei "immer vorne dran", wenn es darum gehe, mit dem Finger auf andere Parteien zu zeigen. "Tatsächlich sind sie aber in ihrer Heuchelei nicht zu übertreffen", so Stoch weiter.

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