Nordamerika-Reise des Ministerpräsidenten Kalte Schulter für Kretschmann in Ontario

Die Kanada-Reise von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird von politischen Verwicklungen überschattet. Ein Treffen mit dem Premierminister der Partnerprovinz Ontario fiel ins Wasser.

Der neue Premierminister von Ontario, Doug Ford, hat das für Donnerstag (Ortszeit) geplante Treffen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Kanada abgesagt. Offiziell hieß es, Ford habe wichtige Termine in Washington. Hinter den Kulissen war jedoch zu hören, es gebe politische Meinungsverschiedenheiten.

Ford, ein Gegner der Energiewende, soll verlangt haben, dass Kretschmann mit ihm nicht über Energiepolitik spricht. Solche Bedingungen hätte die baden-württembergische Delegation nicht akzeptiert.

Kretschmann kommentierte den Fall zurückhaltend: Er bedaure es, nicht mit dem neuen Premier sprechen zu können. Deutlicher wird SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch, der die Reise begleitet. Stoch bezeichnet Ford als politischen Geisterfahrer, der eine bewährte Partnerschaft aufs Spiel setze.

Winfried Kretschmann in Toronto (Foto: picture-alliance / dpa, Jana Höffner/Staatsministerium)
Ministerpräsident Kretschmann in Kanada Jana Höffner/Staatsministerium

Ontario ist letzte Station der Reise

Der Aufenthalt in Kanada ist die letzte Station von Kretschmanns zehntägiger Nordamerika-Reise. "Mit Kanada verbindet uns eine intensive Partnerschaft", sagte der Ministerpräsident. Seit 30 Jahren bestehe ein Partnerschaftsabkommen mit der Provinz Ontario. Kanada sei auch ein wichtiger Partner im Kampf gegen Klimawandel.

Ursprünglich sollte bei dem Treffen auch das Partnerschaftsabkommen aufgefrischt und um Bereiche wie den Klimaschutz erweitert werden.

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