Ein Zimmermannsmeister steht im Rohbau einer Produktionshalle aus Fichtenholz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/PatrickPleul/dpa (Symbol))

Neues Baugesetz für Baden-Württemberg Verdichtung und mehr Holz: Was bringt die neue Landesbauordnung?

Der baden-württembergische Landtag hat am Mittwoch das Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung beschlossen. Dabei geht es auch um Ladesäulen für Elektroautos sowie Erleichterungen für den Holzbau.

Die reformierte Landesbauordnung soll das Bauen einfacher, schneller und kostengünstiger machen, sagt die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Sie sei ein wichtiger Baustein, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Keine Regeln für Radstellplätze, aber für Ladesäulen

Die starre Regelung von zwei Fahrradstellplätzen je Wohnung entfällt. Über die Stellplätze sollen die Kommunen vor Ort je nach Bedarf entscheiden. Des Weiteren sollen neue Wohngebäude künftig so gebaut werden, dass sie problemlos mit Ladesäulen für Elektroautos nachgerüstet werden können.

Noch engere Nachverdichtung möglich

Die Vorschriften für Anbauten, Ausbau und Aufstockungen werden gelockert. Die nachträgliche Wärmedämmung von bestehenden Gebäuden kann weniger aufwändig sein. In innerstädtischen Neubaugebieten werden geringere Abstände zwischen den Häusern vorgeschrieben, um eine verdichtete Bebauung zu ermöglichen. Zudem wird die Pflicht, Wäschetrockenräume auszuweisen, gestrichen. Kinderspielplätze müssen erst bei Gebäuden mit drei, nicht wie bisher mit zwei Wohnungen eingerichtet werden.

Erleichterungen für Holzbau und generell

Grundsätzliche Erleichterungen wird es für den Holzbau geben. Damit soll die Verwendung des nachwachsenden Baustoffes Holz reizvoller werden. Und schließlich werden die Baugenehmigungsverfahren vereinfacht. Sie sollen kürzer und weniger bürokratisch von den Behörden behandelt werden. Dazu gehört auch, dass die Baugenehmigung künftig digital bearbeitet werden kann.

Pflicht zur Dachbegrünung bleibt

Kritiker der Opposition haben unter anderem bemängelt, dass es immer noch eine Begrünungspflicht für Dächer gibt.

Das Ringen um Fahrradstellplätze und Dachbegrünung hatte zwischen den grün-schwarzen Koalitionspartnern der Landesregierung für jahrelangen Streit gesorgt.

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