Stromtrasse mit Wechselstromleitungen (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Netzbauprojekt Gleichstromverbindungen Ultranet plant Stromautobahn auf bestehenden Trassen

Das Netzbauprojekt Ultranet soll mehr Strom aus erneuerbaren Energien auf bestehenden Stromtrassen führen. Umweltminister Untersteller (Grüne) lehnt eine weitere große Trasse ab.

Bei der geplanten Stromautobahn Ultranet sollen erstmals auf den vorhandenen Masten mit Wechselstromleitungen zusätzlich Gleichstromleitungen montiert werden. Bevor hier in der Region endgültig ausgebaut wird, findet am Dienstag eine Informationsveranstaltung in Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) statt.

Bürger-Informationen für Anwohner und Interessierte

"Bürger-Infomärkte" nennt die TransnetBW Gmbh, der Betreiber der baden-württembergischen Stromleitungen, diese Veranstaltungen. Interessierte und betroffene Anwohner sollen hier ihre Fragen loswerden. Erzeugen die ausgebauten Kabelverbindungen mehr Geräusche? Oder: Was bedeuten erzeugte Magnetfelder durch die Hochspannungsleitungen für die Gesundheit? Darauf soll es Antworten geben.

Höchstspannungsleitungen weltweit einmalig

Ultranet verläuft auf einer Gesamtlänge von rund 340 Kilometern von Osterath in Nordrhein-Westfalen bis Philippsburg (Kreis Karlsruhe) in Baden-Württemberg. 40 Kilometer davon liegen zwischen Mannheim-Wallstatt und Philippsburg in der Verantwortung von TransnetBW. Aktuell wird das Planfestellungsverfahren vorbereitet.

Das Planfeststellungsverfahren ist der letzte Schritt, bevor die neue sogenannte Höchstspannungsleitung – die in dieser Art weltweit einmalig ist – auf die bestehenden Strom-Masten ausgebaut wird.

Umweltminister kritisiert Netzauabaupläne

Baden-Württembergs Umweltminister Untersteller (Grüne) lehnt eine zusätzliche vierte große Stromtrasse aus dem Norden Deutschlands nach Baden-Württemberg ab. Untersteller verlangte im SWR, die aktuellen Pläne zum Netzausbau müssten in diesem Punkt verändert werden.

Untersteller: "Vier große Leitungen sind Unsinn"

Die großen Stromleitungen von Nord nach Süd sind wichtig, damit nach dem Atom- und Kohleausstieg genug Energie nach Baden-Württemberg kommt – das sagt auch Umweltminister Untersteller. Aber: Die neusten Pläne der Stromnetzbetreiber, die jetzt vier statt drei große Leitungen nach Baden-Württemberg führen wollen, hält Untersteller für Unsinn. Für eine vierte große Stromtrasse werde unnötig Natur zerstört und Geld ausgegeben.

Alternative: Andocken an geplante Südlink-Trasse

Besser sei es, an der bereits geplanten Südlink-Trasse von Brunsbüttel nach Leingarten bei Heilbronn zusätzliche Leer-Rohre zu verlegen. Dort könnten bei Bedarf weitere Stromleitungen durchgezogen werden.

Zurzeit stellen die Netzbetreiber ihre Pläne in Baden-Württemberg vor. Am Dienstagnachmittag ist eine Informationsveranstaltung von TransnetBW in Hockenheim geplant, am Donnerstag in Mannheim.

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