Forstminister Peter Hauk (CDU) begutachtet einen Fichtenast (Archiv) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)

"Nationaler Waldgipfel" in Berlin BW-Forstminister Hauk: Die Holzwirtschaft nicht vergessen

Beim "Waldgipfel" hat der Bund Millionenhilfen für den Wald zugesagt. Zwar stehe der Klimaschutz im Vordergrund. Aber auch der Holzbau dürfe nicht vernachlässigt werden, so BW-Forstminister Hauk.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat am Mittwoch beim "Nationalen Waldgipfel" in Berlin Nothilfen für die Wälder angekündigt. Vom Bund versprach Klöckner über eine halbe Milliarde Euro. Dazu soll Geld von den Ländern kommen, sodass mit rund 800 Millionen Euro für den Wald gerechnet wird.

Nach dem Willen von Klöckner sollen die deutschen Wälder nach schweren Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer vor allem aufgeforstet und besser gegen den Klimawandel gewappnet werden.

Hauk: "Ein gutes Signal"

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) möchte die Wälder von Monokulturen zu "stabilen Klimawäldern" umbauen. Das geplante Millionenpaket ist nach Ansicht des baden-württembergischen Forstministers Peter Hauk (CDU) "ein gutes Signal". Er widersprach allerdings Schulze: "Wir brauchen eine Anpassung der Wälder an den Klimawandel und keinen Paradigmenwechsel. Wir brauchen eine intensive, nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung", sagte er am Mittwoch in Berlin.

BW zum "Vorreiter einer klimaneutralen Baukultur" machen

Zwar sei die Anpassung der Wälder an den Klimawandel nun der zentrale Punkt. Es dürfe aber nicht um die flächenweise Abholzung der Wälder gehen, sondern um einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Rohstoff Holz, unter anderem, weil Holz CO2 speichere. Nirgends in Deutschland werde so viel mit Holz gebaut wie in Baden-Württemberg, so Hauk. "Baden-Württemberg will Vorreiter und Trendsetter einer klimaneutralen Baukultur sein", sagte Hauk laut einer Mitteilung.

"Eine bundesweite Holzbauinitiative wäre ein echtes Signal in Sachen Klimaschutz", so der Minister. Dazu bedürfe es aber auch, dass nicht die Stilllegung von Waldflächen im Fokus stehe, sondern eben die Nutzung von Holz. Die Bundesregierung solle sich von ihrem Plan verabschieden, bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen - und stattdessen auf die Nutzung von Holz setzen.

Umweltverbände wie der Naturschutzbund (Nabu) pochen auf den Verzicht einer intensiven Holznutzung, um Wälder zu schützen. Eine Subventionierung der Forstwirtschaft, die auf eine Maximierung des Holzertrags hinwirkt, dürfe es nicht geben, so der Nabu. Allerdings kann momentan keine Rede davon sein, mit Holzbau gute Erträge zu erzielen. Die Preise für Holz sind durch das große Abschlagen nach Schädlingsbefall im Keller, weil es vor allem an Fichtenholz ein Überangebot gibt.

80 Millionen Euro sollen dem baden-württembergischen Wald helfen

Im Rahmen der sogenannten Moritzburger Erklärung vom August hatten Hauk und seine Ressortkollegen aus den unionsgeführten Ländern bereits weitreichende Forderungen an den Bund gestellt - und eine Summe von 800 Millionen Euro Soforthilfe gefordert. Anfang September hat Hauk einen Notfallplan für den Wald in Baden-Württemberg vorgestellt, der weitreichende Maßnahmen zur Unterstützung der Waldbesitzer enthält. Je 40 Millionen Euro jährlich sind im nächsten Doppelhaushalt für den baden-württembergischen "Wald-Notfallplan" angesetzt.

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