Ein Sportschütze steht mit seiner Bock-Doppelflinte auf dem Wurfscheibenplatz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Pleul/dpa, Symbolbild)

Nach Gewalttat in Rot am See Schützenverband lehnt schärfere Waffengesetze ab

Nach den tödlichen Schüssen in Rot am See flammt die Diskussion um das Waffenrecht wieder auf. Der Württembergische Schützenverband sieht keine Notwendigkeit für eine Verschärfung.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Der Württembergische Schützenverband (WSV) hat sich gegen eine Reform des Waffenrechts ausgesprochen. Bereits nach dem Amoklauf von Winnenden 2009 seien die Gesetze verschärft worden und hätten Verbesserungen gebracht, so WSV-Sprecherin Kathrin Hochmuth. Es gebe unangemeldete Kontrollen der Waffenbehörden, außerdem sei die Frist vom Eintritt in einen Schützenverein bis zum Erwerb einer Sportwaffe auf ein Jahr verdoppelt worden.

Anfangs seien die Vereine skeptisch gewesen, viele Änderungen hätten sich jedoch als sinnvoll erwiesen. Zuletzt hatte eine Gesetzesänderung vor Weihnachten für neue Diskussionen gesorgt, nach der angehende Waffenbesitzer künftig immer vom Verfassungsschutz überprüft werden sollen. "Letztlich verstehen wir natürlich solche Überprüfungen", so Hochmuth. Denn man könne nicht ausschließen, dass Einzelne aus den falschen Motiven Mitglied würden.

Grüne wollen Überprüfung des Waffenrechts

Die Grünen im baden-württembergischen Landtag hatten eine Überprüfung des Waffenrechts gefordert, nachdem ein Sportschütze in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) mutmaßlich sechs Familienmitglieder erschossen hatte. Der Grünen-Innenexperte Hans-Ulrich Sckerl hatte weitere Einschränkungen bei der Aufbewahrung von Sportwaffen ins Gespräch gebracht. Er verwies darauf, dass seit dem Amoklauf von Winnenden weitere 80 Menschen mit Waffen von Sportschützen getötet wurden.

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