Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann läuft vor dem Staatsministerium zu seinem neuen Dienstfahrzeug. (Foto: picture-alliance / dpa, Christoph Schmidt)

Ministerpräsident setzt auf umweltfreundliches Fahren Kretschmann mit Elektro-Dienstwagen unterwegs

Ministerpräsident Kretschmann wird in Zukunft mit einem neuen Plug-in-Hybrid-Auto zu seinen Terminen gefahren - der Umwelt zuliebe. Kritiker nennen das Modell "überdimensioniert".

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) trennt sich von seiner Mercedes S-Klasse und steigt auf einen Elektro-Stadtgeländewagen um. Am Dienstag bekam er das Auto von Daimler überreicht. Das Modell "GLC F-Cell" wird mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben und kann zusätzlich als "Plug-In-Hybrid" per Ladekabel mit Strom aufgetankt werden.

Kretschmann: "Spaß ohne Emissionen"

Gefertigt werden einer Sprecherin zufolge nur ein paar hundert Autos, die Daimler zur Miete an seine Kunden weitergibt. "Es ist ein Dienstwagen, mit dem man ein bisschen mit in die Zukunft fährt", sagte Kretschmann über sein neues Auto. "Wir wollen ja in eine emissionsfreie Zukunft." Es sei schön, dass man den Menschen, die Spaß am Auto hätten, diesen Spaß nicht mehr verderben müsse, "sondern dass sie auch schnittig fahren können", so Kretschmann weiter.

Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, übergibt Winfried Kretschmann, sein neues Dienstfahrzeug. (Foto: picture-alliance / dpa, Christoph Schmidt)
Am Dienstag übergab der künftige Daimler-Chef Ola Källenius (l.) das Auto an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Christoph Schmidt

"Das Fahrzeug ist überdimensioniert"

Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe. Die stellvertretende Geschäftsführerin Barbara Metz urteilte: "Das Fahrzeug ist überdimensioniert." Es wäre ein besseres Signal, wenn der Ministerpräsident ein Fahrzeug finde, das eine Nummer kleiner und trotzdem effizient sei. Kretschmann rechtfertigte die Größe damit, dass er in dem Fahrzeug arbeiten müsse - er brauche einen großen geräumigen Dienstwagen. Im Januar hatte Kretschmann über seine S-Klasse gesagt, er hocke da wie eine Sardine in der Büchse. Die Aussage hatte für viele Reaktionen im Internet gesorgt.

Verkehrsminister schon umgestiegen, Umweltminister wartet noch

Auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist vor einer Woche auf das Modell umgestiegen. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) wartet derweil noch auf seinen rein batterieelektrischen Audi, mit dem er einen Diesel ersetzen will. "Wir schauen, dass wir auch unsere Dienstwagenflotte forciert in diese Richtung bringen", sagte Kretschmann.

Bisher schlechte Dienstwagen-Bilanz

Die Umwelthilfe, die vor allem für ihre Fahrverbots-Klagen bekannt ist, untersucht regelmäßig die Dienstwagen von Politikern. Im Bundesvergleich lag die Dienstwagenflotte der grün-schwarzen Landesregierung in diesem Jahr beim durchschnittlichen CO2-Ausstoß auf Platz 14. Kretschmanns bisheriger Dienstwagen mit einem Hybridantrieb, der Strom und Benzin tankt, lag im Vergleich mit anderen Regierungschefs auf Platz zehn.

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