Nach einem Vulkanausbruch in Neuseeland werden weitere Opfer befürchtet (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/George Novak/New Zealand/Herald/AP/dpa)

Kaum Hoffnung auf weitere Überlebende Vulkanausbruch in Neuseeland: Ehepaar aus Baden-Württemberg wohl vermisst

Beim Ausbruch des Vulkans auf der neuseeländischen Insel White Island waren auch mehrere Deutsche auf der Insel oder in unmittelbarer Nähe. Dies teilte die neuseeländische Polizei am Dienstag in Wellington mit.

In der Nähe des Kraters werden Leichen von acht Menschen vermutet, die am Montag von dem Ausbruch überrascht wurden. Damit würde sich die Zahl der Todesopfer dann auf 13 erhöhen. Zudem wird befürchtet, dass von den 31 Verletzten nicht alle überleben. Sie liegen mit teils schlimmen Brandverletzungen in Krankenhäusern. Die Gesundheitsbehörden beschrieben ihren Zustand als "kritisch".

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Unter den Verletzten sind auch vier Deutsche, teilte das Auswärtige Amt in Berlin auf SWR-Anfrage mit. Wie schwer ihre Blessuren sind, ist nicht bekannt. Zudem soll ein Ehepaar aus Baden-Württemberg noch vermisst werden. Darüber berichtete zuerst das neuseeländische Online-Portal "Stuff" und bezog sich dabei auf eine Vermisstenliste des Roten Kreuz Neuseeland. "Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, nach denen Deutsche zu Tode gekommen sind", heißt es aus dem Auswärtigen Amt weiter. Die deutsche Botschaft in Wellington bemühe sich weiterhin mit Hochdruck um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den Behörden vor Ort.

Kaum Hoffnung auf weitere Überlebende

Wegen der Gefahr neuer Eruptionen blieb die Insel 50 Kilometer vor der Küste im Pazifik am Dienstag komplett gesperrt. Jede Hoffnung, dort noch Überlebende zu finden, ist praktisch dahin.

Die neuseeländische Polizei leitete Ermittlungen zum Hergang der Katastrophe ein. Dabei geht es auch um die Frage, ob Todesfälle und Verletzungen hätten vermieden werden können.

Der Vulkan war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv. Trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Die Insel ist seit 80 Jahren in Privatbesitz. Der Zutritt war nur mit ausgebildeten Führern erlaubt, aber auch in den vergangenen Tagen nicht verboten.

Ureinwohner nennen ihn "dramatischen Vulkan"

Der Vulkan wird von Ureinwohnern Te Puia O Whakaari genannt - der "dramatische Vulkan". Der größte Teil befindet sich unter Wasser. Die Insel ragt 320 Meter in die Höhe. Sie ist bei Touristen sehr beliebt - jährlich wird sie von etwa 10.000 Touristen besucht.

Die Insel "White Island" bekam ihren Namen von dem britischen Seefahrer Thomas Cook. Der Grund: Sie war immer in eine Wolke aus weißem Dampf gehüllt. Cook ahnte offenbar nicht, dass sich dahinter ein Vulkan verbirgt.

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