Die Natur scheint sich am das Gleis einer stillgelegten Bahnstrecke zurückzuerobern. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa (Archivbild))

Mehr Verkehr auf die Schiene Hermann will stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren

Laut einer Machbarkeitsstudie kämen 41 Bahnstrecken in Baden-Württemberg zur Reaktivierung in Betracht. Sie sollen jetzt genauer überprüft werden.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, setzt die Landesregierung im nächsten Jahrzehnt verstärkt auf die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken im Nahverkehr. Manche alten Strecken seien viel attraktiver als angenommen, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Montag in Stuttgart.

Bis Ende 2020 soll geprüft werden

Das Land gab dafür bereits 2018 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Demnach kämen 41 Strecken in Frage. Bis Ende 2020 sollen diese Strecken nun auf ihr Fahrgastpotenzial und erforderliche Investitionen geprüft werden. Am Ende blieben voraussichtlich 15 Strecken übrig.

Alte Bahnstrecken in Baden-Württemberg, die möglicherweise reaktiviert werden können (Foto: SWR)
Diese sechs Bahnstrecken haben laut Verkehrsministerium eine besonders gute Chance auf Reaktivierung

Man könne sich vorstellen, dass bis 2030 etwa 100 Kilometer Bahnstrecke reaktiviert würden, sagte Hermann. "Das ist gut durchdacht, nicht nostalgisch und nicht naiv." Potenzial hätten etwa die Strecken Haltingen - Kandern (beide im Kreis Lörrach), Ludwigsburg - Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) oder Lauffen am Neckar - Zaberfeld (beide im Kreis Heilbronn).

Auch die Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt (Kreis Böblingen) und Calw und die Strecke zwischen Balingen und Schömberg (beide Zollernalbkreis) kommen möglicherweise für eine Wiederbelebung in Frage, so die Experten. Die Strecken Stockach (Kreis Konstanz) - Mengen (Kreis Sigmaringen), Engstingen (Kreis Reutlingen) - Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) und Neckarbischofsheim-Nord (Rhein-Neckar-Kreis) - Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) sollen ebenfalls überprüft werden.

Alle 41 möglichen Reaktivierungsstrecken in Baden-Württemberg finden Sie hier.

Kommunen können Gelder beantragen

Das Ministerium wolle eine aktive und steuernde Rolle einnehmen, sagte Hermann. Bau und Betrieb müssten kommunal finanziert werden. Die Kommunen könnten aber Fördermittel vom Land beantragen. "Es ist uns wichtig, dass die Initiative von unten kommt", so der Minister.

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