Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, bei der Bilanz-Pressekonferenz am 6. Februar 2019. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Letzte Bilanzpressekonferenz von Daimler-Chef Zetsche Daimler: Gewinn bricht um fast ein Viertel ein

Das Jahr 2018 war aus Sicht von Daimler kein gutes. Zwar hat der Stuttgarter Automobilbauer wieder einen Gewinn in Milliardenhöhe gemacht. Doch dieser ist deutlich geringer als im Vorjahr.

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Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro zurück, teilte der Konzern am Mittwoch mit. "Für Daimler war 2018 ein Jahr mit starkem Gegenwind", sagte Konzernchef Dieter Zetsche im Rahmen der Bilanzpressekonferenz, die am Mittwochvormittag in Stuttgart stattfand.

Dieselrückrufe drückten Gewinn

Der Gewinneinbruch wird auf mehrere Gründe zurückgeführt. Insbesondere in der Pkw-Sparte lief es 2018 deutlich schlechter also noch im Vorjahr: Hohe Ausgaben für Dieselrückrufe, die Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsstandards WLTP sowie der Handelsstreit zwischen China und den USA bremsten das Geschäft. Zwar konnte Daimler im Lkw-Bereich zulegen, doch das reichte nicht, um den drastischen Rückgang im Pkw-Geschäft auszugleichen.

Gesamtbetriebsratschef Brecht positiv gestimmt

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Daimlers Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht beschreibt die aktuelle Lage im Unternehmen nicht als besorgniserregend. "Wir haben jetzt eine Situation, die absehbar war und wo verschiedene Faktoren zusammenkommen, die die Bilanz belasten. Aber wir sind insgesamt gut aufgestellt", so Brecht im SWR-Interview am Mittwochabend. Ein Grund für den Gewinneinbruch seien die hohen Investitionen in neue Technologien, insbesondere in die Elektromobilität.

Ob es nun auch zu Entlassungen bei Daimler kommen könnte? Auf diese Frage hat Brecht eine klare Antwort:

"Es redet niemand von Entlassungen. Wir sind ja nicht bankrott, wir haben immer noch ein sehr gutes Ergebnis, für das was man in diesem Transformationsprozess erwarten kann." Man müsse nun intern schauen, wie die Prozesse und Abläufe optimiert werden können."

Michael Brecht, Gesamtbetriebsratschef bei Daimler

Daimler will wieder profitabler werden

Zetsche kündigte "umfassende Gegenmaßnahmen" in der wichtigen Pkw-Sparte an - nannte dabei allerdings keine Details.

Es gibt keinen Konzern, der nicht von den derzeitigen Problemen der Automobilwirtschaft betroffen ist, sagt Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft.

Es sei absehbar gewesen, dass die Zahlen bei Daimler des Schlussquartals nicht gut seien, sagt Frank Biller, Automotive-Analyst bei der LBBW.

2019 soll der Gewinn wieder steigen

Im laufenden Jahr soll neben Absatz und Umsatz auch der operative Gewinn wieder leicht steigen. Bei der wichtigen Umsatzrendite in der Pkw-Sparte, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt, peilt Daimler zwischen sechs und acht Prozent an. 2018 lag sie bei 7,8 Prozent.

Zetsche präsentiert zum letzten Mal die Bilanz

Der bisherige Daimlerchef Dieter Zetsche präsentiert am Mittwoch zum letzten Mal die Bilanz. Bei der Hauptversammlung im Mai übergibt er die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius.

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