Landestag der Jungen Union in Bad Waldsee JU-Bundeschef Kuban: "Offene Führungsfrage muss geklärt werden"

Angesichts mieser CDU-Umfragewerte hat der Bundeschef der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, erneut offen die Führungsfrage gestellt. Die Leute verlangten nach Köpfen, sagte Kuban beim JU-Landestag in Bad Waldsee.

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Wenige Tage vor dem CDU-Bundesparteitag hat Tilman Kuban, der Chef der Jungen Union, seine Forderung nach einer Klärung der Personaldebatte in der Partei bekräftigt. Die Union verunsichere Wähler, "weil wir ihnen nicht klar vorgeben, wer nach 14 Jahren Angela Merkel für uns zukünftig im Kanzleramt arbeiten soll, weil wir ihnen nicht sagen, mit wem wir in den nächsten Wahlkampf ziehen", sagte Kuban am Sonntag bei einem Treffen der Jungen Union Baden-Württemberg in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg).

"Diese offene Führungsfrage muss geklärt werden, damit die Menschen Politik mit Köpfen verbinden können", sagte Kuban. "Man kann gerne noch weiter so rumwurschteln, aber es wird der CDU nicht helfen. Die Leute verlangen nach Führung, die Leute verlangen nach Köpfen, und genau das muss die CDU liefern."

Kritik an Parteichefin Kramp-Karrenbauer aus eigenen Reihen

Angesichts mieser Umfragewerte steht Bundesparteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer unter Druck. Die Junge Union fordert einen Mitgliederentscheid in der Frage der Kanzlerkandidatur, was als Affront gegen Kramp-Karrenbauer verstanden wurde. Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart etwa hatte die Bundes-CDU zuletzt scharf kritisiert und als "inhaltlich insolvent" bezeichnet. Auch die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021, Susanne Eisenmann, kritisierte das Auftreten der CDU am Samstag als altbacken und arrogant.

Nach wiederholter Kritik an ihrer Amtsführung hatte die CDU-Chefin ihre internen Gegner zuletzt aufgefordert, Ende der Woche auf dem Parteitag in Leipzig die offene Auseinandersetzung zu suchen.

CDU-Landeschef Strobl ruft CDU zur Geschlossenheit auf

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Anders als Kuban hatte CDU-Landeschef und Bundesvize Thomas Strobl am Sonntagvormittag gegen Personaldebatten argumentiert und seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. "Wir brauchen keine Selbstbeschäftigung und Streit ums Pöstchen", sagte Strobl beim JU-Landestag. Wenn die Leute den Eindruck hätten, man kümmere sich nicht um ihre Probleme und beschäftige sich nur mit sich selbst, dann würden sich die Menschen von der CDU abwenden. "Bei der SPD kann man angucken, wohin es führt", so Strobl in Bad Waldsee.

Merz demonstriert Loyalität zur Parteispitze

Auf dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig am 22. und 23. November stünden keine Personaldebatten an, hatte auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) am Samstag beschworen. Gleichzeitig wies er bei seinem Auftritt in Oberschwaben Spekulationen zurück, er säge am Stuhl der CDU-Bundeschefin. Kramp-Karrenbauer sei die Parteivorsitzende und für zwei Jahre gewählt, sagte Merz - das werde er akzeptieren. "Sie hat unser aller Unterstützung verdient - auch wenn es schwierig wird."

Dennoch müssten aber kontroverse Diskussionen in Sachfragen erlaubt sein, so Merz. "Und wenn ich mich zu der ein oder anderen Person auch einmal kritisch äußere, dann ist das kein Putschversuch. Lasst mal die Kirche im Dorf!"

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