Ein Mitarbeiter des Pressenherstellers Schuler AG reinigt ein Exzenterrad (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)

Mehr Kurzarbeit in Baden-Württemberg Landesregierung plant Krisengipfel

Nach Informationen des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums plant die Landesregierung einen Krisengipfel. Sie will sich auf den konjunkturellen Abschwung vorbereiten.

Als Reaktion auf den konjunkturellen Abschwung plant das Wirtschaftsministerium in Stuttgart einen Krisengipfel mit Industrievertretern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Verbänden. Das Treffen soll nach der Sommerpause Mitte September stattfinden. Hinweise für eine Eintrübung gibt es mehrere, unter anderem sind die Aufträge im Maschinenbau um 14 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Beschäftigten in Baden-Württemberg, für die Kurzarbeit angemeldet worden ist, hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verfünffacht – auf 5.200 Mitarbeiter im Juli 2019.

"Es gibt viele Möglichkeiten"

Ziel des Spitzengesprächs sei es, den Standort Baden-Württemberg so gut wie möglich aufzustellen, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) dem SWR. Man müsse sich rechtzeitig auf den konjunkturellen Abschwung vorbereiten, mögliche Maßnahmen seien Kurzarbeit und Weiterbildungsmaßnahmen in den Betrieben. "Es gibt hier viele Möglichkeiten. Aber man muss diese jetzt konkretisieren und schärfen auf die Situation, in der wir uns heute befinden", so Hoffmeister-Kraut.

VDMA: Weiterbildung im Bereich Digitalisierung

Vertreter der IG Metall und des Maschinenbau-Verbands Baden-Württemberg begrüßen die Initiative. Als zentrale Aufgabe sehen sie den Erhalt der Arbeitsplätze, weil es trotz zurückgehender Auftragslage nach wie vor Fachkräftemangel gebe. Dietrich Birk, Geschäftsführer beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), erwartet von der Politik vor allem Hilfe bei der Beschäftigungssicherung, um die bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten: "Unser wichtigstes Ziel ist eine möglichst hohe Beschäftigungsquote im Maschinenbau zu halten." Er pocht auf Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der Digitalisierung.

Auch die IG Metall sieht den Erhalt der Arbeitsplätze als zentrale Aufgabe an. Die Beschäftigten müssten in Zeiten der sich anbahnenden Krise fit gemacht werden für die Digitalisierung und die Elektromobilität, sagte ein Gewerkschaftsvertreter dem SWR.

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