Graffiti auf einer Hauswand in Freiburg. (Foto: SWR)

Kopfprämie für illegale Sprayer Kommunen kämpfen gegen Graffiti

Tübingens Oberbürgermeister Palmer hat genug von Graffitis in seiner Stadt und setzt eine Belohnung für das Ergreifen von Sprayern aus. In Freiburg suchen Bürger einfache Lösungen.

Wenn es wenigstens Bilder wären. Aber Schriftzüge und Namen – das ist keine Kunst aus Sicht von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). "Da geht es nur um Markierungen des Reviers." Das sei keine Kunst. "Strafrecht und Schadensersatz ist das Einzige, was die am Ende verstehen werden", sagte Palmer dem SWR.

Sogar Graffiti des Schweizer Künstlers Harald Naegeli wurden von Sprayern in Tübingen übersprüht. Das ärgert Palmer. Er hat für Hinweise zu solchen Sprayern eine Belohnung von 2.500 Euro ausgesetzt. Grafittis zu entfernen ist schwierig, je älter das Grafitti, desto aufwändiger und teurer. Palmer hofft, dass die Belohnung dazu führt, dass einige aussteigen wollen.

Freiburg: Mehr als 30 Häuser gestrichen

Auch in Freiburg rückt das Problem mit Graffiti immer näher an die Altstadt heran. Einige Anwohner haben einen Weg gefunden: In einer Aktion haben sie mit Ehrenamtlichen mehr als 30 Häuser gestrichen. "Das Viertel sah völlig anders aus", meint Gerhard Heiner vom "Lokalverein Innenstadt".

Seitdem sind die frisch gestrichenen Häuser nicht mehr angesprüht oder bemalt worden. Das sieht nicht nur schön aus – die Menschen, die dort wohnen, fühlen sich seitdem auch sicherer, meint Kai Lebrecht vom Verein "Sicheres Freiburg".

"Je schneller das beseitigt wird, desto eher bleibt der allgemeine Eindruck, dass das hier ein Viertel ist, das sich kümmert."

Kai Lebrecht, Verein "Sicheres Hamburg"

Das Projekt mit dem Namen "Solidarmodell Anti-Graffiti" der Stadt Freiburg gibt es inzwischen seit über zehn Jahren.

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