Kommentar zum Bildungsetat in Baden-Württemberg "So kann Eisenmann das Problem Unterrichtsausfall nicht lösen"

BW-Kultusministerin Eisenmann hat sich im neuen Haushalt zwar gut 1.000 neue Lehrer und viel Geld gesichert. Trotzdem bleiben grundlegende Probleme bestehen, kommentiert Iris Volk aus der SWR- Redaktion Landespolitik.

Wie hat sich Kultusministerin Susanne Eisenmann im Fach Haushalt geschlagen? Die mündliche Mitarbeit der CDU-Spitzenkandidatin ist meist überdurchschnittlich, zumindest was die Menge der Wortmeldungen angeht. Der schriftliche Haushalt ist allerdings eher befriedigend.

Iris Volk aus der SWR-Redaktion Landespolitik (Foto: SWR)
Beim Bildungsetat gibt es noch Luft nach oben, kommentiert Iris Volk aus der SWR Redaktion Landespolitik

Ja, Eisenmann hat jede Menge neue Stellen für Lehrkräfte erkämpft. Geld für die Sanierung maroder Schulgebäude gibt es auch und flexible Betreuungsangebote für alle, die keine echte Ganztagsschule wollen. Damit ist die Ministerin den Wünschen von Eltern und Kommunen entgegengekommen.

Unterrichtsausfall: Weiter schlechte Chancen für Quereinsteiger

Allerdings war offensichtlich kein Geld da, um endlich alle Lehrkräfte auch über den Sommer zu bezahlen. Und bis auf wenige Sonderfälle haben auch talentierte Quereinsteiger weiter keine Chance auf eine sinnvolle Weiterbildung und einen langfristigen Einstieg in den Lehrberuf.

Die Aufgabe "Unterrichtsausfall beseitigen" kann Eisenmann so nicht lösen. Denn es sind nicht nur neue Stellen nötig, sondern auch qualifiziertes Personal. Einfach nur Gymnasiallehrerinnen und -lehrer an Grundschulen zu verfrachten, ist der falsche Weg. Sie sind eben nicht für die besonderen pädagogischen Herausforderungen an Grundschulen gerüstet. Thema verfehlt, Frau Ministerin.

Bildungssystem bleibt sozial ungerecht

Leider ändert der neue Haushalt auch nichts daran, dass das Bildungssystem sozial ungerecht ist und noch immer Kinder aus armen Familien und Familien mit Migrationshintergrund benachteiligt.

Gebührenfreie Kitas, wie sie die SPD fordert, wären ein Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Grüne und CDU beteuern zwar, die Gebühren seien ja sozial gestaffelt. Das klingt gut, degradiert aber in der Praxis Eltern zu Bittstellern. Eigentlich sollte jedes Kind dem Staat gleich viel wert sein.

Es bleiben also noch viele Hausaufgaben für die Kultusministerin. In der Debatte hat sie das selbst eingeräumt: "Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden kann." Und für diese Erkenntnis gibt es von mir eine eins.

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