Hebamme (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Hilfe bei Entbindungen in Baden-Württemberg Wieder mehr Hebammen im Land

Selbst wenn der Mangel an Geburtshelferinnen weiterhin besteht: Die Zahl der Hebammen und Entbindungspfleger in Baden-Württemberg ist wieder leicht gestiegen.

Das zeigten Statistiken des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beziehungsweise des Statistischen Landesamtes, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Demnach gab es 2017 in Baden-Württemberg 2.410 freiberufliche Hebammen (Vorjahr: 2.379). Im Krankenhaus angestellt waren 1.476 (Vorjahr: 1.429) - fast zwei Drittel davon allerdings in Teilzeit.

Der Anstieg sei zwar erfreulich. Da viele Geburtshelferinnen aber sowohl in Krankenhäusern als auch freiberuflich arbeiteten, seien die Zahlen nur begrenzt aussagekräftig.

Mangel an Hebammen besteht weiter

Die Versorgung mit Hebammen gilt in Baden-Württemberg weiter als angespannt. Dass sich in Kliniken eine Hebamme meist um mehrere Frauen gleichzeitig kümmert, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Viele Hebammen kommen bei der Arbeit an ihre Grenzen.

Eine Rolle spielte auch eine deutliche Erhöhung der Haftpflichtversicherungsbeiträge 2015 für freiberufliche Hebammen, die dazu führte, dass viele Betroffene ihren Beruf aufgaben. Inzwischen werden zwar rund 75 Prozent von den Krankenkassen in Form eines sogenannten Sicherstellungszuschlags zurückbezahlt. Haken dabei: Der Eigenanteil der Hebammen steigt von Jahr zu Jahr. Und die Geburtshelferinnen müssen in Vorlage gehen.

Runder Tisch schlug Gesundheitszentren für Schwangere vor

Der sogenannte Runde Tisch Geburtshilfe, der sich seit 2017 mit dem Mangel an Hebammen und einer besseren Versorgung der Frauen beschäftigt, schlug bereits im Mai lokale Gesundheitszentren vor. Dorthin sollen Schwangere sich für die Vorsorge wenden und gegebenenfalls dort auch gebären können. Wo diese Zentren entstehen könnten und was sie kosten, ist den Angaben zufolge noch offen.

Immerhin stünden inzwischen mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ab 2020/2021, wenn die zusätzlichen Hebammenschülerinnen und -studentinnen ihre Ausbildung beenden, könnte die Zahl der Geburtshelferinnen im Land den Angaben zufolge weiter wachsen. Neuerdings gibt es auch einen Studiengang für Hebammen und Pfleger in Tübingen.

Ein voller Hörsaal am neuen Campus für Gesundheitswissenschaften der Uni Tübingen  (Foto: SWR, Martin Weber)
Volle Bänke in einem Hörsaal am neuen Campus für Gesundheitswissenschaften in Tübingen Martin Weber

Reform der Ausbildung geplant

Außerdem hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt angekündigt, die Hebammen-Ausbildung reformieren zu wollen. Die Anforderungen an die Geburtshilfe stiegen ständig, so Spahn. Statt wie bisher an Schulen, sollten Hebammen künftig generell in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden.

Mit der Reform setzt der Gesundheitsminister auch eine EU-Richtlinie um, nach der die Ausbildung für Hebammen bis 2020 reformiert werden muss.

Hier twittert eine Hebamme aus Mannheim

Ein fünftes Kind wurde vor der Badewanne geboren, nach einem Kaiserschnitt, zweimal Saugglocke und einmal Geburtseinleitung hatte die Mama endlich ihre heilsame #Hausgeburt. Und sie hat es so gerockt! #hebamme

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