SWR-Mitarbeiter stehen mit Verdi-Westen vor Haupteingang (Foto: SWR)

Gewerkschaften fordern mehr Geld Warnstreik beim SWR: Sendungen fallen teilweise aus

Beim Südwestrundfunk (SWR) kommt es am Mittwoch an verschiedenen Standorten zu Arbeitsniederlegungen. Die Teilnehmer fordern eine Angleichung der Gehälter an den Öffentlichen Dienst - das gebe der Etat allerdings nicht her, entgegnet der Sender.

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Die Gewerkschaften Verdi, Deutsche Journalistengewerkschaft (DJV) und DOV (Deutsche Orchester-Vereinigung) hatten zu einem Warnstreik von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts aufgerufen. Verdi schätzt, dass sich bis zum Ende des Streiktages rund 500 Mitarbeiter an den SWR-Standorten beteiligen. Vor dem SWR-Funkhaus in Stuttgart kamen am Mittag rund 100 Mitarbeiter zusammen.

Sender droht mit Personalabbau

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im SWR eine Entgeltsteigerung orientiert am öffentlichen Dienst.

In Bezug auf die Höhe der Forderungen könnten sich die Streikenden inzwischen eine Steigerung von 3,2 Prozent im ersten und 3,0 Prozent im zweiten Jahr vorstellen. Der Sender hat bisher 2,5 Prozent im ersten und 1,7 Prozent im zweiten Jahr angeboten. Ein höherer Abschluss bringe Stellen in Gefahr, so der Sender. "Unsere Etats geben das nicht her", sagte SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner. Zum Streik am Mittwoch sagte er: "Ich bin sehr skeptisch, was das jetzt soll. Die Lösung kann nur am Verhandlungstisch gefunden werden."

Verdi-Verhandlungsführer Siegfried Heim kritisierte, wenn die Politik Haushalte deckele und Sender mit Personalabbau drohten, sei von der Tarifautonomie der Verhandlungspartner nicht viel übrig. Christoph Holbein vom DJV sprach von "Erpressung".

Fernsehnachrichten teilweise aus Rheinland-Pfalz übernommen

Durch den Streik kommt es zu Änderungen im Programm. Zum Beispiel wurden die Fernsehnachrichten um 16, 17 und 18 Uhr aus Rheinland-Pfalz übernommen. Betroffen waren auch die Radionachrichten in den Landesprogrammen SWR1 und SWR4 und das Online-Angebot.

Es handelt sich um den dritten Warnstreik in der laufenden Tarifrunde. Bereits am 2. und 18. September war der SWR bestreikt worden. Bei der sechsten Runde der Vergütungstarifverhandlungen am 15. Oktober konnte erneut keine Annäherung erreicht werden.

Die nächste Chance für eine Annäherung gibt es am Freitag. Da treffen sich Vertreter der ARD und der Gewerkschaften zu einem Spitzengespräch. Die nächste Verhandlungsrunde im SWR ist am 7. November.

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