Dönerfleisch in einer roten Kiste (Foto: picture-alliance / dpa)

Hygiene in Gaststätten in Baden-Württemberg Mehr als 700 Betriebe geschlossen

Ratten, Mäuse und Kakerlaken - wegen unzumutbarer hygienischer Zustände wurden im vergangenen Jahr zahlreiche Betriebe im Land geschlossen. In einem Fall wurde sogar ein Strafbefehl ausgestellt.

Wegen schwerer Hygieneverstöße haben die Behörden in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr mehr als 700 Lebensmittelbetriebe zum Schutz der Verbraucher geschlossen. Bei 110.000 Besuchen der Lebensmittelüberwachung wurden in 16 Prozent der Betriebe Verstöße festgestellt, wie Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) am Mittwoch sagte.

Doppelt so viele Schließungen in Stuttgart

Allein in der Landeshauptstadt Stuttgart wurden demnach 84 Gaststätten und 36 andere Betriebe vorübergehend geschlossen, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht des Verbraucherschutzes hervor.

Meist handele es sich um kleinere Betriebe, darunter eine Gaststätte, in der die Kontrolleure vergammelte Speckwürfel, Spätzle und Thunfisch sowie verschimmelte Zapfhähne vorfanden. Der Betrieb durfte Hauk zufolge erst wieder öffnen, nachdem die Missstände beseitigt waren. Das war ein Fall für die Staatsanwaltschaft, es erging ein Strafbefehl. In anderen Fällen wurden auch Ratten, Mäuse oder Kakerlaken gefunden.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Betrug mit Vanille-Eis

Keine Gesundheitsgefahr, aber Verbrauchertäuschung ist der Verkauf von Eis mit Vanillegeschmack. Dieses sei nur mit künstlichem Aroma versetzt, enthält also keine Vanille, wird aber häufig als Vanille-Eis verkauft. Über die Hälfte der Eis-Proben war falsch ausgezeichnet, steht im Bericht zur Lebensmittelüberwachung. Künstliches Aroma sei deutlich billiger als echte Vanille. "Es ist vom Geschmack her nicht groß zu unterscheiden (...)," deshalb sei der Anreiz zur Täuschung groß, so Hauk. Durch die Kontrollen erhofft er sich aber, dass den Täuschern die Lust genommen wird.

Aufpassen sollten die Verbraucher  auch beim Kauf von Grillfleisch in Aluschalen. Bei mariniertem Fleisch frisst sich die säurehaltige Marinade in die Aluverpackung, sodass der Kunde am Ende nicht nur Fleisch, sondern auch Aluminium verzehrt. Unbedenklich sei dagegen das Verwenden von Alufolie auf dem Grill. 

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