Hund zeigt Zähne in Angriffsposition (Foto: dpa Bildfunk, Soeren Stache)

Innenministerium bestätigt Zahlen Hundeattacken in Baden-Württemberg nehmen zu

Die Zahl der Angriffe durch Hunde auf Menschen in Baden-Württemberg steigt weiter an. Im vergangenen Jahr hatte es laut Stuttgarter Innenministerium knapp 1.400 Vorfälle gegeben, mehr als 2017.

Eine höhere Aggressivität bei Hunden ist laut Innenministerium nicht zu erkennen. Mehr Hunde im Land bedeuten einfach mehr Zwischenfälle, so erklärt ein Ministeriumssprecher die steigende Zahl an Hundeangriffen.

Knapp 1.400 Angriffe in 2018

Im vergangenen Jahr hatte es 1.397 Vorfälle gegeben - 18 mehr als noch 2017. Bisse, Zwicker, aber auch Situationen, in denen Menschen über Hunde stolpern und dann stürzen zählen dazu. Im Vergleich zu vor fünf Jahren sind es knapp 200 Zwischenfälle mehr. Auch die Zahl der Attacken durch "Listenhunde" ist gestiegen, auf 34 im letzten Jahr.

Zwei Hunde verletzten Jugendlichen in Leimen schwer

Erst am Montag wurde ein Jugendlicher in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) von zwei Hunden attackiert und schwer im Gesicht und am Körper verletzt. Der 16-jährige Hundeführer habe die Tiere nur mit Gewalt von dem Jungen trennen können, so die Polizei. Laut einem Beamten waren die Hunde weder angeleint noch mit einem Maulkorb versehen. Das Innenministerium bewertet den Fall in Leimen als Ausnahme.

Im Mai wurden auch in Mühlacker (Enzkreis) drei Kinder von zwei Hunden angegriffen und verletzt. Vergangene Woche ließ ein Hundehalter in Meßkirch (Kreis Sigmaringen) seinen Rottweiler einschläfern, weil dieser eine Frau gebissen hatte.

Das Innenministerium prüft aktuell gemeinsam mit dem Ministerium für Ländlichen Raum, ob die Kampfhundeverordnung verschärft werden soll. Momentan gelten drei Hunderassen als "Listenhunde", weitere könnten hinzukommen.

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