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Gutachten zur geplanten Bildungsplattform Wird "ella" zum Flop?

Die neu entwickelte digitale Bildungsplattform "ella", die für die Schulen eingeführt werden sollte, wird in einem vom Kultusministerium in Auftrag gegebenen Gutachten kritisch beurteilt.

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Es sollte der Leuchtturm der Digitalisierungsoffensive des Landes sein – die digitale Bildungsplattform "ella" (Elektronische Lehr- und Lernassistenz). Sie sollte installiert werden, damit Lehrer die Möglichkeit haben, ihr Wissen landesweit zu teilen oder auch Unterrichtsmaterial auszutauschen. Jetzt kommt ein externes Gutachten aber zu dem Schluss, "ella" ist technisch nicht umsetzbar.

Eisenmann "schlichtweg entsetzt"

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) reagierte empört: "Die Ergebnisse des Gutachtens können uns definitiv nicht zufriedenstellen. In Teilen hat mich das Gutachten angesichts der technischen Umsetzung schlichtweg entsetzt".

Von einer digitalen Bildungsplattform sei man weiter weg denn je. Nun müsse man prüfen, ob es realistisch sei, zu retten was zu retten ist oder ob man doch die Reißleine ziehen müsse, so Eisenmann. Sie hatte bereits im Februar die Einführung von "ella" wegen massiver technischer Probleme vorerst gestoppt und ein externes Gutachten in Auftrag gegeben. "Das werden wir nun in den nächsten Wochen gemeinsam mit dem Gutachter intensiv erörtern und dann eine Entscheidung treffen."

"Krachend gegen die Wand gefahren"

Beide Optionen gehen nach Überzeugung von SPD-Fraktionsvize Stefan Fulst-Blei mit erheblichen finanziellen Unsicherheiten, ungewisser zeitlicher Verzögerung sowie unklaren Erfolgschancen einher. Er spricht von einem Fiasko.

Eisenmann habe die Bildungsplattform krachend gegen die Wand gefahren. Nachdem sie bereits rund neun Millionen Euro in den Sand gesetzt habe, dürfe nun kein neues Luftschloss gebaut werden, so Fulst-Blei.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke wiederum mutmaßt, neben der Kultusministerin habe wohl auch das Innen- und Digitalisierungsministerium versagt. Denn dieses habe ja Fachaufsicht für das Projekt gehabt. Die Panne werde einen zweistelligen Millionenschaden verursachen.

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