Hinweis auf einen Wildunfall am Straßenrand (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Unfallzahlen in Baden-Württemberg weiter hoch Wildunfall: Ausweichen oder Draufhalten?

Im Schnitt kommt es in Deutschland alle zwei Minuten zu einem Zusammenstoß zwischen Auto und Tier. Wie sich Autofahrer bei einem Wildunfall verhalten sollen, erfahren Sie hier.

In Baden-Württemberg passieren Wildunfälle statistisch gesehen am häufigsten mit Rehen. Doch in diesem Jahr scheint noch ein anderes Tier in Gefahr zu sein: das Wildschwein.

Rehe und Wildschweine in Gefahr

Diesen Eindruck hat zumindest Martin Schäffner, der in Heilbronn für Jagd und Wildtierschutz zuständig ist. "Dieses Jahr war günstig für die Schweine", sagte er im SWR. Damit meint er allerdings nicht die Unfallrate, sondern die Nahrungsbedingungen. Es habe viele Frischlinge gegeben. "Dadurch gibt es mehr Gelegenheiten für Unfälle", so Schäffner.

Den Eindruck des Heilbronners bestätigt auch der Deutsche Jagdverband. Laut dem Verband kam es schon in der vergangenen Saison zu sehr vielen Unfällen mit Wildschweinen. In Baden-Württemberg wurden 4.000 tote Tiere registriert.

Wie gefährlich sind Unfälle mit Wildtieren?

Versicherer haben festgestellt, das es insgesamt zu mehr Wildunfällen kommt. Die Zahl sei seit den 1990er Jahren gestiegen. Ein Grund dafür: Es gibt mehr Autos und somit auch mehr Verkehr auf den Straßen.

Prinzipiell können Wildunfälle immer und überall passieren. Generell ist die Gefahr allerdings in der dunklen Jahreszeit besondes hoch. Gerade zu dieser Zeit sind viele Wildtiere zur Futtersuche unterwegs und überqueren dabei auch vielbefahrene Straßen. Autofahrer müssen wegen der frühen Dämmerung schon ab dem späten Nachmittag verstärkt mit Wildwechsel rechnen - auch auf der Autobahn. Das Risiko wird auch durch Witterungsverhältnisse wie Nebel und Fahrbahnglätte erhöht.

Wie verhindert man Wildunfälle?

2016 sind in Baden-Württemberg bei Wildunfällen 37 Menschen schwer verletzt worden. Außerdem gab es einen Todesfall.

Ein Crashtest des ADAC zeigt: Die größte Gefahr ist nicht der Zusammenprall mit dem Tier, sondern der reflexhafte Versuch auszuweichen. Denn so kann es zu einem Zusammenprall mit dem Gegenverkehr oder zum Beispiel einem Baum am Straßenrand kommen.

"Ausweichen ist die schlechte Variante."

Holger Bach vom ADAC Baden-Württemberg

Der ADAC rät deshalb, nicht auszuweichen. "Man sollte das Lenkrad festhalten und bremsen", erklärt Holger Bach vom ADAC Baden-Württemberg. Die Polizei appelliert zur vorausschauenden und angepassten Fahrweise. Vor allem diejenigen, die auf Straßen unterwegs sind, auf denen ausdrücklich vor Wildwechsel gewarnt wird, sollten diese Schilder ernst nehmen und ihr Tempo reduzieren.

Ein Verkehrsschild warnt vor Wildwechsel (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa)
Wo es besonders viel Wildwechsel gibt, warnen Schilder die Aufofahrer vor der Gefahr. picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

Sollte ein Wildschwein oder ein Reh auf der Straße stehen, sollten Autofahrer abblenden, denn das grelle Fernlicht macht die Tiere orientierungslos. Hupen kann helfen, um das Tier von der Fahrbahn zu vertreiben.

Was tun, wenn es zu einem Unfall gekommen ist?

Nach einem Zusammenstoß sollte die Warnblinkanlage eingeschaltet und die Unfallstelle abgesichert werden. Zum eigenen Schutz sollten alle beteiligten Personen eine Warnweste tragen. Sind Menschen verletzt, sollte man den Notruf wählen. Aber auch ohne Verletzte muss die Polizei informiert werden. Wer einfach weiterfährt, macht sich strafbar.

STAND