Mehrere Schüler protestieren mit Plakaten bei "Fridays for Future" (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

"Fridays for Future"-Demonstrationen Tausende Schüler streiken in BW für Klimaschutz

In mehr als 25 Städten in Baden-Württemberg haben am Freitag Schüler für besseren Klimaschutz demonstriert- damit hat die Bewegung "Fridays for Future" ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

In zahlreichen Städten in Baden-Württemberg sind am Freitag tausende Schüler für die Aktion "Fridays for Future" auf die Straße gegangen: unter anderem in der Bodenseeregion, in Karlsruhe, Stuttgart, Ulm und Mannheim.

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In der Landeshauptstadt haben hunderte Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat bei der Protest-Aktion in seiner Rede die Anliegen der Schüler unterstützt. "Ob es eine Zukunft des Lebens auf diesem Planeten gibt, ist eine fundamentale Frage", sagte Kuhn. Die Schüler-Demonstrationen von "Fridays for Future" seien ein Hoffnungssignal für ihn und damit viele ältere Menschen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn spricht bei der "Fridays for Future" in Stuttgart (Foto: SWR, Tilo Frank)
Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bei der Kundgebung in Stuttgart Tilo Frank

Jubel erntete Kuhn, als er gegen die Aussage von FDP-Chef Lindner wandte. Lindner hatte den Schülern Ahnungslosigkeit attestiert. Kuhn wertete die Aussage Lindners als unverschämt, wofür er großen Beifall von den Schülern erhielt.

Auch Studenten schließen sich Aktion an

Bereits zum zweiten Mal war für den Vormittag auf dem Pforzheimer Marktplatz eine Kundgebung von rund 250 Schülern angemeldet. Auch in Karlsruhe wurde demonstriert: Dort haben mehrere hundert Schüler in der Innenstadt bei der "Fridays-for-Future"-Kundgebung mitgemacht . Ein Großteil der Teilnehmer waren Schüler unter anderem aus Karlsruhe, Baden-Baden und Ettlingen (Kreis Karlsruhe). Vereinzelt kamen Lehrer mit ihrer ganzen Schulklasse zur Demonstration. Auch Studenten waren bei der Aktion dabei.

In Freiburg engagierten sich laut Polizei 4.500 Menschen für die Erhaltung der Umwelt. Bei der Demonstration in Tübingen kamen nach Polizeiangaben 1.500 Streikende zusammen, in Reutlingen etwa 500 und in Kehl (Ortenaukreis) 250.

In Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) waren rund 150 Teilnehmer bei der Protestaktion "Fridays for Future" dabei. Dort lief die Aktion zum ersten Mal. In Heilbronn wird seit Wochen freitags protestiert, dieses Mal waren hier rund 150 Schüler auf der Straße - trotz des schlechten Wetters. 

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Kultusministerin: "Schule und Klimaschutz nicht gegeneinander ausspielen"

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) warnte im Vorfeld der Proteste davor, Schule und Klimaschutz gegeneinander auszuspielen. "Dieser Einsatz für unseren Planeten ist wichtig und nachvollziehbar, er kann aber auch in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden", sagte sie der "Heilbronner Stimme". Es gebe viele weitere wichtige Themen wie Menschenrechte oder Tierschutz. "Wenn nun jeden Tag für eines dieser Themen demonstriert wird, dann haben wir am Ende gar keinen Unterricht mehr. Und das kann es ja nicht sein."

Schüler folgen schwedischer Schülerin Greta Thunberg

Vorbild für die Aktionen ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für den Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, statt zur Schule zu gehen. Sie ist zu einer Symbolfigur für Klimaschützer rund um die Welt geworden. Neben Demonstrationen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz werden am Freitag insgesamt in mehr als 100 Ländern mehr als 1.600 Kundgebungen von Schülern erwartet - damit soll es den Organisatoren zufolge der weltweit bislang umfassendste Protest werden.

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