Juli 2019: Ein Mähdrescher erntet ein Weizenfeld in Langenenslingen-Andelfingen (Kreis Biberach) (Foto: dpa Bildfunk, Thomas Warnack/dpa)

Erntebilanz in Baden-Württemberg Trotz Hitze: Getreideernte im Land gut

Einige Landwirte bangen noch wetterbedingt um ihre Erträge, der Landesbauernverband rechnet aber mit einer durchschnittlichen Ernte und einer sehr guten Qualität des Getreides.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Der Präsident des Landesbauernverbands, Joachim Rukwied, gab Entwarnung bei der Vorstellung der Landes-Erntebilanz am Mittwoch in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg). Die Hitzewelle habe beim Getreide einiges an Ertrag gekostet, aber nicht in befürchtetem Umfang, sagte er. Die Bauern im Land gingen von einer durchschnittlichen Ernte aus, die Qualität des Brot-, Brau- und Futtergetreides sei außerdem sehr gut. Die Getreideernte ist größtenteils abgeschlossen.

Hitzeschäden beim Trollinger

"Auch beim Wein erwarten wir eine ordentliche Ernte, mit Ausnahme der Sorte Trollinger. Die hat in einigen Regionen doch durch die Hitze im Juli erhebliche Schäden hinnehmen müssen", erklärte er. Zwischen 30 und 70 Prozent seien an manchen Hängen der Sonneneinstrahlung zum Opfer gefallen. Sogenannte Sonnenbrandschäden verzeichneten Baden-Württembergs Bauern laut Rukwied auch beim Obst.

Raps-Ernte fällt schwach aus

Ein großer Verlierer sei auch der Raps - er habe besonders an den fehlenden Niederschlägen gelitten. Der Ertrag liege rund 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und rund 14 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch Zuckerrüben und Mais hätten regional viel Hitze und Trockenheit aushalten müssen, aber dann von den Niederschlägen im August profitiert, so Verbandspräsident Rukwied.

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Bauern im Land hatten notwendiges "Quäntchen Glück"

In Baden-Württemberg habe es im Gegensatz zu anderen Bundesländern immer wieder Niederschläge gegeben. Aktuell sei der Boden in den nördlichen Teilen Deutschlands sehr trocken. Im Süden, insbesondere in Baden-Württemberg, habe man im Moment von regionalen Ausnahmen abgesehen eine ausreichende Wasserverfügbarkeit im Boden.

"Auch in diesem Jahr haben wir baden-württembergischen Bauern immer wieder zur rechten Zeit Regen erhalten. Also das Quäntchen Glück gehabt, dass man als Bauer braucht, um am Ende eine Durchschnittsernte einfahren zu können."

Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands

Als Rücklage für schlechte Jahre fordert Rukwied immer wieder die Einführung einer steuerfreien "Risikoausgleichsrücklage" für Landwirte.

Sorge wegen Volksbegehren "Rettet die Bienen"

Besorgt blicken die Bauern Rukwied zufolge auf das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Ab dem 24. September können Wahlberechtigte in Baden-Württemberg dafür unterschrieben - in dem Gesetzentwurf wird unter anderem der Verzicht auf Pestizide in Schutzgebieten gefordert. "Würden die Vorschläge so 1:1 umgesetzt, dann wäre in diesen Regionen kein Pflanzenschutz mehr möglich", was zur Folge habe, dass Wein- und Obstbau nicht mehr möglich sei, so Rukwied. Am Kaiserstuhl könnte kein Wein mehr angebaut werden, auch viele Obstbauern in der Bodenseeregion wären betroffen.

Ernten im ökologischen Landbau 2019

Auch sei die Forderung des Volksbegehrens nach 50 Prozent Ökolandbau "existenzbedrohend", so Rukwied. Die Ernteergebnisse im Ökolandbau beschreibt der Landesbauernverband als gut. Die aktuellen Preise lägen etwas jedoch unter dem Vorjahr. Das große Angebot an sogenannter Umstellungsware - von Höfen, die sich in der Umstellung auf Bio befinden - drücke auf die Futtergetreidepreise. Demnach haben die Betriebe teilweise keine Lagermöglichkeiten und müssten zu niedrigeren Preisen verkaufen.

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