Küken (Foto: SWR)

Diskussion um Tierschutz Agrarminister Hauk fordert Ende des Kükentötens

Seit Jahrzehnten gibt es in der Legehennenzucht für männliche Küken keine Verwendung, Millionen der Tiere werden kurz nach dem Schlüpfen umgebracht. Für Agrarminister Hauk ein Unding.

Agrarminister Peter Hauk (CDU) hat das Schreddern und Vergasen männlicher Küken nach dem Schlüpfen scharf kritisiert. "Das ist so ein typischer Fall, wo der Staat am Ende ethische Fragen über wirtschaftliche stellen muss - und zwar zwingend", sagte Hauk der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Es handle sich bei den männlichen Küken um Mitgeschöpfe, nicht einfach um wirtschaftliche Ware, "über die man den Daumen heben oder senken kann, wie es einem gerade passt".

Hauk verweist auf Tierschutzgesetz

Das Tierschutzgesetz schreibe vor, dass Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen. "Es ist meines Erachtens kein vernünftiger Grund, zu sagen: Weil es ein Hahn ist, wird er halt getötet." Männliche Küken seien zwar unwirtschaftlicher. Trotzdem gehe es nicht, sie der Einfachheit halber zu schreddern, sobald sie auf der Welt sind.

Die Bruderhahn-Initiative sei ein Beispiel, wie eine Lösung aussehen könnte, sagte Hauk. Schon jetzt kann man im Handel Eier aus Brütereien kaufen, in denen sowohl weibliche als auch männliche Küken aufgezogen werden. Die sogenannten Bruderhahn-Eier sind aber teurer und damit laut Handel nicht massentauglich. Es müsse eine Lösung gefunden werden, bevor das Küken schlüpft und Schmerz empfindet, fordert Hauk.

Kükentöten bleibt übergangsweise erlaubt

Hauk äußerte dennoch Verständnis für die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, das Kükentöten in der Legehennenzucht übergangsweise zu erlauben - auch mit Blick auf neue wissenschaftliche Verfahren.

In Deutschland werden jährlich 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil ihre Aufzucht unwirtschaftlich ist. Die Leipziger Richter hatten im Juni das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei als weiter zulässig eingestuft. Weltweit forschen Teams an Methoden zur Früherkennung des Geschlechts von Küken, um das Töten zu stoppen.

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