Strecke zwischen Heidelberg und Stuttgart Deutsche Bahn: Signale jahrelang gestört

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Auf der Strecke zwischen Heidelberg und Stuttgart waren seit 2015 mehrere Signale gestört. Im schlimmsten Fall hätte es laut Eisenbahnbundesamt "zu Zusammenstößen von Zügen" kommen können.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Seit 2015 bereiten fünf Signale im Raum Bretten (Kreis Karlsruhe) auf der Strecke Heidelberg - Stuttgart Probleme. Dies geht aus Akten des Eisenbahnbundesamtes hervor, die dem SWR seit kurzem vorliegen. Bis heute arbeiten die Anlagen nicht so, wie sie sollten.

Rund 310 Personen- und 120 Güterzüge fahren täglich auf dieser Strecke. Vom 10. April bis zum 31. Oktober 2020 werden es noch mehr sein, denn dann dient sie als Umleitungsstrecke für die gesperrte Schnellfahrstrecke Mannheim - Stuttgart. Wenn eines der Signale fälschlicherweise von Rot auf Grün springt, kann nur noch der Fahrdienstleiter in Bretten eingreifen. Doch der ist für mehrere Bahnstrecken und deren Signale verantwortlich.

Eisenbahnbundesamt: "Risiken für Leib und Leben"

Im schlimmsten Fall könne es "zu Zusammenstößen von Zügen mit den damit verbundenen Risiken für Leib und Leben" kommen, heißt es in einem Bescheid aus dem Jahr 2016.

Das Eisenbahnbundesamt war damals entsetzt über die Signalfehler. Es warf der Bahn vor, dass "ein gravierender sicherheitsrelevanter Fehler zum Dauerzustand gemacht worden" sei. Damit habe das Unternehmen zum Ausdruck gebracht, "dass der Fehler nicht hinreichend ernst genommen wird".

Ein Zug fährt an einem grün leuchtenden Signal vorbei (Foto: SWR)
Fataler Fehler: Auf der Strecke zwischen Heidelberg und Stuttgart gibt es fünf gestörte Signale.

Hermann: "Verantwortungslos" von der Deutschen Bahn

Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hält das für "verantwortungslos". Als er die Bescheide des Eisenbahnbundesamtes las, habe er das gar nicht glauben können. Hermann erwartet von der Bahn, dass sie die Signaltechnik jetzt endlich wieder in einen einwandfreien Zustand bringt.

Die Pressestelle der Bahn teilte auf SWR-Anfrage mit, dass der sichere Bahnbetrieb stets gewährleistet gewesen sei. Auf dem problematischen Streckenabschnitt Bretten - Maulbronn/West seien "die relevanten Teile der Leit- und Sicherungstechnik" inzwischen erneuert worden.

"Komplexe Fehlersituation" soll aufgearbeitet werden

Für das Eisenbahnbundesamt ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen. Es bestätigte gegenüber dem SWR, dass auch fünf Jahre nach den ersten Störungen immer noch einiges zu tun sei. "Die Bahn ist aktuell noch dabei, die komplexe Fehlersituation vor Ort aufzuarbeiten." Mehr könne man derzeit nicht sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

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