Dunkle Wolken ziehen über die Mercedes-Benz Niederlassung in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Norbert Försterling/dpa)

Automobilbranche in der Krise Daimler will wohl weltweit 1.100 Führungsstellen streichen

Der Stuttgarter Autobauer Daimler will weltweit offenbar mehr als tausend Führungsstellen streichen. Das geht aus einer internen E-Mail des Betriebsrats hervor. Es regt sich bereits Widerstand gegen den Stellenabbau.

In einer internen E-Mail hat sich der Daimler-Gesamtbetriebsrat am Freitag an die Beschäftigten in Deutschland gewendet. In dem Schreiben, das dem SWR vorliegt, heißt es unter anderem, man sehe die finanziell schwierige Situation des Unternehmens, sinnloses Kostenschrubben, so wörtlich, lehne man aber ab.

Källenius kündigte Sparprogramm an

Daimler-Chef Ola Källenius hatte schon vor Monaten ein Sparprogramm für den Stuttgarter Autobauer angekündigt. Details dazu will er Investoren am 14. November in London präsentieren. Jetzt sind erste Ideen bekannt geworden und die sorgen beim Betriebsrat für Ärger: Den Angaben zufolge will die Unternehmensleitung allein in Deutschland etwa jede zehnte Führungsposition abbauen. Zudem sollen die Mitarbeitenden im kommenden Jahr auf die Tariferhöhung verzichten und individuelle Gehaltserhöhungen verschoben werden. Das will der Betriebsrat auf keinen Fall mitmachen.

Daimler selbst sagte dem SWR, man sei mit den Arbeitnehmervertretern in einem konstruktiven Dialog und werde sich zu Spekulationen nicht äußern.

Wieso ist der Sparkurs nötig?

Den Sparkurs bei Daimler hatte noch Anfang des Jahres Källenius' Vorgänger Dieter Zetsche vorgegeben. Die allgemein schwache Autokonjunktur, Produktionsprobleme, hohe Kosten für Rückrufe und andere Sorgen mit dem Diesel. Auch die immensen Ausgaben für Elektromobilität und Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren machten und machen Daimler zu schaffen. Besonders das erste Halbjahr lief nicht gut.

Daimler hat gut 178.000 Beschäftigte in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen hat der Konzern bis Ende des kommenden Jahrzehnts ausgeschlossen, auch Abfindungsprogramme oder ähnliches soll es nicht geben - was nicht ausschließt, dass der Konzern zum Beispiel freiwerdende Stellen nicht nachbesetzt.

STAND