Schülerinnen und Schüler nehmen an einer Schule in Tübingen am IT-Unterricht teil (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa (Archiv))

Bundesweites Bildungsranking Bildungsmonitor: Baden-Württemberg rutscht auf Rang sechs

Baden-Württemberg rutscht bei der Bildung im Ländervergleich ab. Erstmals seit dem Beginn der jährlichen Untersuchung im Jahr 2004 liegt das Land im Bildungsmonitor nicht auf einem der ersten vier Plätze.

Baden-Württemberg muss sich dieses Jahr beim INSM-Bildungsmonitor mit dem sechsten Rang begnügen. Wenige Kinder in Ganztagsbetreuung, überdurchschnittlich viele leistungsschwache Grundschüler und Schulabbrecher - das sind nach Angaben der Autoren Probleme in Baden-Württemberg. In vielen Bereichen wie etwa der Berufsbildung schneide das Land dennoch sehr gut ab.

Die Studie wird vom Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der arbeitgebernahen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) erstellt.

Schlusslicht bei der Ganztagsbetreuung von Kindergartenkindern

Verbesserungsbedarf sehen die Autoren der Studie vor allem bei der Förderinfrastruktur: So sei Baden-Württemberg bei der Ganztagsbetreuung von Kindergartenkindern Schlusslicht. Nur 24,5 Prozent der Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren wurden demnach 2018 im Land so betreut (Bundesdurchschnitt: 45,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr habe es dennoch leichte Verbesserungen gegeben.

Wenig hochqualifiziertes Personal

Auch bei der Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern schnitt Baden-Württemberg laut Studie unterdurchschnittlich ab: Der Anteil lag hier bei 17,7 Prozent im Jahr 2017 (Bundesdurchschnitt: 41,6 Prozent). Ebenfalls unterdurchschnittlich war demnach der Anteil von hochqualifiziertem Personal in Kindertageseinrichtungen (Baden-Württemberg: 6,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent).

Bei verschiedenen Kompetenzerhebungen schlecht abgeschnitten

Darüber hinaus sehen die Autoren Bildungsschwächen bei Schülern der 4. und 9. Klasse: Ein überdurchschnittlich großer Anteil der Schüler habe bei verschiedenen Kompetenzerhebungen schlecht abgeschnitten. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss lag mit 6,6 Prozent im Jahr 2017 ebenfalls über dem Bundesschnitt (6,3 Prozent).

Berufliche Bildung als großes Plus

Positiv schneide Baden-Württemberg in den Handlungsfeldern Berufliche Bildung, Zeiteffizienz, Hochschule/MINT und Internationalisierung ab. So hätten die Absolventen der dualen Ausbildung die höchste Erfolgsquote aller Bundesländer, außerdem blieben nur wenige Jugendliche ohne Ausbildungsstelle. Zudem war in Baden-Württemberg die Zahl der Ausbildungsabbrecher mit 24,4 Prozent am geringsten.

Viele Ingenieursabsolventen an BW-Hochschulen

Laut Autoren sei es weiterhin positiv zu bewerten, dass die Hochschulen viele Akademiker hervorbrächten, insbesondere auch Absolventen der Ingenieurwissenschaften und dualer Studiengänge. Die seien auch attraktiv für Studierende aus dem Ausland.

Positiv gewertet wurde auch die fast flächendeckende frühe Vermittlung von Fremdsprachen. 97,3 Prozent aller Grundschüler im Land seien im Jahr 2017 in Fremdsprachen unterrichtet worden. Damit liegt Baden-Württemberg nur knapp hinter Rheinland-Pfalz und Hamburg. Zuletzt verschob sich die Vermittlung von Fremdsprachen in Grundschulen Baden-Württemberg allerdings von der ersten in die dritte Klasse. Dies käme laut Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) Fächern wie Deutsch und Mathematik zugute.

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