Keine Mobilfunk-Verbindung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/chromorange)

Bundesregierung will Funklöcher schließen Baden-Württemberg: Oft kein Netz auf dem Land

5.000 neue Funkmasten will die Bundesregierung aufstellen, um das mobile Netz zu stärken. Das ist auch dringend nötig, wie zahlreiche Beispiele hier aus dem Land zeigen.

Viele Verbraucher in Baden-Württemberg haben immer noch mit Funklöchern zu kämpfen. Anschluss mit dem Handy? Fehlanzeige. Auch aus diesem Grund berät das Bundeskabinett derzeit im brandenburgischen Meseberg über den Ausbau des Mobilfunknetzes. 5.000 neue Funkmasten sollen aufgestellt werden.

Probleme im Rems-Murr-Kreis oder auch im Allgäu

Insbesondere in ländlicheren Gebieten gibt es in Baden-Württemberg massive Probleme. Erst vor Kurzem hatte die Bundesregierung eine Übersichtskarte veröffentlicht. Zum Beispiel ist der Empfang im Rems-Murr-Kreis oder auch im Kreis Schwäbisch Hall schlecht. Auch in Leutkirch im Allgäu und rund um Ochsenhausen und Bad Wurzach gibt es viele Funklöcher.

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Auch der Schwarzwald ist betroffen. In den Kreisen Calw oder Freudenstadt, also im Nordschwarzwald, aber auch im Südschwarzwald zeigt die Karte viele Städte und Gemeinden, bei denen die Mobilfunkversorgung extrem schlecht ist.

Auch andere Untersuchungen zeigen Versorgungslücken

Die Aussagen der Karte decken sich auch mit einer Untersuchung des Internet-Vergleichsportals Verivox. Das hatte Anfang des Jahres geschaut, wo es viele Funklöcher in Deutschland gibt. Insgesamt 240 Kommunen mit einer mangelhaften Netzqualität wurden da bundesweit aufgelistet, die meisten davon in Baden-Württemberg, nämlich insgesamt 63.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Laut Verivox gibt es viele Funklöcher in Neubulach, Bad Teinach-Zavelstein (beide Kreis Calw) oder Schonach (Schwarwald-Baar-Kreis). Aber auch in anderen Gebieten, wie zum Beispiel Richtung Bodensee, Frickingen oder Guggenhausen, gibt es Probleme in Sachen Mobilfunkversorgung.

CDU BW fordert mehr Druck auf Anbieter

Die Bestrebungen der Bundesregierung, bis 2024 rund 5.000 neue Mobilfunkmasten aufzustellen, begrüßt die CDU Baden-Württemberg. Denn schnelle Daten- und Mobilfunkverbindungen müssten als Daseinsversorgung begriffen werden, so der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Wolfgang Reinhart. Allerdings sollten dazu nicht nur Steuergelder ausgegeben werden, sondern auch die Mobilfunkanbieter müssten stärker in die Pflicht genommen werden, sagte der der digitalisierungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Andreas Deuschle, laut einer Mitteilung. "Wer einfach, schnell und effektiv Funklöcher schließen will, muss vor allem auch auf lokales Roaming setzen, bei dem Anbieter ihre Netze füreinander öffnen."

Ob auch Baden-Württemberg einen Beitrag für besseren Mobilfunk leisten kann, darüber streitet die grün-schwarze Landesregierung mit der Opposition. Im Rahmen der Haushaltsdebatte vergangene Woche kritisierte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke, es fehle dem Land eine Strategie für Digitalisierung. Die Funklöcher in Baden-Württemberg seien nicht verschwunden. Es sei notwendig, dies in einem Ministerium zu bündeln. Die Ressourcen seien da, aber: "Im Endeffekt fehlt nicht das Geld, sondern die Regierungskunst", so sein Fazit.

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