Empfang beim ZSW mit Bilger (Foto: SWR, Frank Polifke)

Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Elektromobilität: Millionen für Brennstoffzellen aus Ulm

Das Bundesverkehrsministerium fördert die Entwicklung der Brennstoffzelle für Elektroautos mit 70 Millionen Euro. Wie am Donnerstag bekannt wurde, spielen die Forscher am Ulmer ZSW dabei eine zentrale Rolle.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) in Ulm will die Brennstoffzelle mit einer Forschungsfabrik reif für die Großserie machen. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll 2024 in Betrieb gehen und von Bund, Land und Industrie finanziert werden. Das teilte ZSW-Geschäftsführer Ludwig Jörissen in Ulm mit.

Politik fördert die Forschung

Am Donnerstag hatte auch der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger vom Bundesverkehrsministerium dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung einen Besuch abgestattet. Laut Bilger wolle man bei allen alternativen Antriebstechnologien an der Spitze stehen, auch beim Wasserstoffauto. Von den 41 Millionen Euro Förderung für Baden-Württemberg fließe auch viel Geld nach Ulm.

Auto an der Tankstelle für Brennstoffzellen (Foto: SWR)
Auch an der Tankstelle beim ZSW in Ulm kann Wasserstoff getankt werden

Flächendeckendes Tankstellennetz kommt

In Deutschland gibt es bislang 60 Wasserstofftankstellen, darunter auch eine auf dem Ulmer Eselsberg. In diesem Jahr sollen es noch 100 und insgesamt 400 Tankstellen werden. Dadurch sei ein flächendeckendes Netz gegeben. "Es geht viel voran", so Steffen Bilger.

Entwicklung stockte

In den vergangenen Jahren stockte die Brennstoffzellenentwicklung allerdings. Der umweltfreundliche Antrieb, bei dem Wasserstoff getankt und in elektrische Energie umgewandelt wird, kam kaum in Schwung. Es gebe häufig eine Durststrecke, wenn Entwicklungen länger dauern als gedacht, so Ludwig Jörissen vom ZSW.

Der batteriebetriebene Elektroantrieb ist derzeit im Vorteil, was laut Jörissen vor allem am asiatischen Markt liege. Doch CDU-Politiker Steffen Bilger betonte am Donnerstag nochmal, dass die Batterieforschung hier nicht bevorzugt werde. Die Ulmer Forschungsfabrik könnte helfen, den Rückstand aufzuholen.

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