Bildung in Baden-Württemberg Digitalisierung an Schulen: Viele Lehrer nicht fit dafür

Nicht alle Lehrer an baden-württembergischen Schulen sind fit für die Digitalisierung. Das sagen Gewerkschafts- und Schülervertreter. Mit der Ablehnung einer Grundgesetzänderung hätten sich die Länder eine Chance verspielt.

"Es gibt nur wenig Angebote für Lehrkräfte, sich aus- und fortzubilden", sagte Andreas Lachner, Junior-Professor für Lehren und Lernen mit digitalen Medien an der Universität Tübingen. Er verwies auf eine Studie, nach der nur ein Drittel der Lehrer regelmäßig neue Medien im Unterricht einsetze.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Es geht auch um Medienbildung

"Es ist Aufgabe aller Lehrerinnen und Lehrer, sich dafür (Anm.: für die Digitalisierung) zu interessieren." Denn es gehe nicht nur darum, Informatikunterricht zu machen, sondern auch um Medienbildung, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz am Donnerstag dem SWR.

Mit dem Nein zur Grundgesetzänderung sei am Mittwoch eine Chance verpasst worden. "Es geht nicht darum, dass der Bund den Ländern richtig reinreden will, sondern dass bei großen Aufgaben der Bund helfen kann." Weiter sagte sie: "Wenn Bildung besser werden soll, brauchen wir offenbar den Bund." Damit steht sie im Gegensatz zu Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der das als Eingriff in die Hoheit der Länder in der Bildungspolitik ablehnt.

Grundgesetzänderung zunächst gestoppt

Die Länder hatten am Mittwoch eine Grundgesetzänderung zunächst gestoppt. Unter anderem für die Digitalisierung der Schulen aus Bundesmitteln streben die Länder ein Vermittlungsverfahren an.

Um den Digitalpakt umzusetzen, müssen nach Meinung von Moritz die Lehrer erst fit gemacht werden. Im kommenden Jahr werde erstmals eine Weiterbildung dazu angeboten - allerdings nur für Fortgeschrittene. Ein Konzept habe das Kultusministerium viel zu spät entwickelt; dabei sei der Digitalpakt schon vor Jahren angekündigt worden.

STAND