In Stuttgart war die Stickoxid-Belastung 2018 bundesweit am höchsten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)

Bilanz des Umweltbundesamtes Stickoxid-Grenzwert in 13 BW-Städten überschritten

In 13 Städten in Baden-Württemberg war die Luft 2018 zu stark mit Stickstoffdioxid belastet - nirgendwo in Deutschland so stark wie in Stuttgart. Das zeigt eine Auswertung des Umweltbundesamtes.

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 57 deutsche Städte zu stark mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) belastet. Das waren acht Städte weniger als im Vorjahr, wie aus aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) hervorgeht. Die bundesweit höchste Belastung wurde in Stuttgart mit 71 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen.

Städte über dem Grenzwert

Überschritten wurde der Grenzwert, der bei 40 Mikrogramm liegt, laut UBA 2018 aber auch in Reutlingen (53), Heilbronn (52), Ludwigsburg (51), Freiburg (50), Backnang (49), Mannheim (47), Tübingen (46), Esslingen (45), Leonberg (45), Sindelfingen (45), Ulm (43) und Herrenberg (41). Teilweise waren die Werte schon seit Ende Januar bekannt, für einige Messstationen liegen sie hingegen erst jetzt vor.

Zurück im problematischen Bereich

Im Vergleich zu 2017 sind Ulm und Sindelfingen (Kreis Böblingen) im vergangenen Jahr zurück in den problematischen Bereich von über 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gerutscht.

Auch bei den sogenannten Intensivstädten mit einer Belastung von über 50 Mikrogramm gab es Entwicklungen: Die Stadt Backnang (Rems-Murr-Kreis) liegen mit 49 Mikrogramm nun unter dieser Marke.

 Stuttgart am stärksten belastet

Im bundesweiten Vergleich steht Stuttgart mit seiner Stickstoffdioxidbelastung an der Spitze vor Darmstadt mit 67 und München mit 66 Mikrogramm. Als neue "Intensivstädte" mit einer Belastung von über 50 Mikrogramm sind Dortmund und Berlin hinzugekommen.

Die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen lagen in ganz Deutschland rund 1,5 Mikrogramm unter denen des Jahres 2017. In 13 Städten, die damals noch über dem Grenzwert lagen, wurde er jetzt eingehalten. 15 Städte zählen bundesweit zu den "Intensivstädten".

Weitere Fahrverbote drohen

Es brauche eine schnelle Nachrüstung älterer Dieselautos mit wirksamen Katalysatoren, um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten, teilte die Präsidentin des Umweltbundesamtes Maria Krautzberger mit.

Überhöhte NO2-Werte sind der Grund für Diesel-Fahrverbote in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt. Andere Städte - etwa Berlin - könnten folgen. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Dieselabgasen.

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