Eine Dashcam in einem Auto, im Hintergrund ist ein Polizeiauto zu sehen (Foto: SWR)

Beweise durch Videoaufnahmen BW-Polizei geht mit Dashcams gegen Gaffer vor

Alle Einsatzfahrzeuge der Verkehrspolizei in Baden-Württemberg sollen mit kleinen Kameras ausgerüstet werden. Das Innenministerium erhofft sich, so schneller auf die Spur von Gaffern zu kommen.

Die 250 Fahrzeuge der Beamten würden ab Oktober mit hochauflösenden Autokameras ausgerüstet, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Montag. "In diesem Zusammenhang werden wir dann auch prüfen, inwiefern sie sich zur Verfolgung von Gaffern eignen." Die sogenannten Dashcams sind kleine Kameras auf dem Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe, die während der Fahrt alles aufzeichnen.

Eine Polizistin bedient während eines Pressetermins in Nordrhein-Westfalen die Dashcam eines Streifenwagens (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa)
Die Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen wurde vergangenes Jahr mit Dashcams ausgestattet, um Rettungsgassen-Verweigerer zu überführen. (c) dpa

Kamera-Beweise für eine Überführung

Zudem sollten die Kameras dabei helfen, Verkehrsteilnehmer zu überführen, die keine Rettungsgasse bildeten, sagte die Sprecherin weiter. "Das Risiko, bei so etwas erwischt und aufgrund von Kamera-Beweis auch verurteilt zu werden, wird sehr ansteigen!"

Pilotversuche mit solchen Dashcams liefen im vergangenen Jahr bei den Polizeipräsidien Ludwigsburg und Freiburg. Dabei seien gute Erfahrungen gemacht worden.

"Der widerwärtigen Filmerei von Leid, Verletzten und Toten möchte ich den Kampf ansagen."

Thomas Strobl (CDU), Innenminister

Verletzung des "höchstpersönlichen Lebensbereichs"

Im vergangenen Jahr wurden nach Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 642 Fälle einer sogenannten Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen registriert. Zudem habe es zwei Fälle gegeben, in denen eine hilfeleistende Person behindert wurde. Allerdings beziehen sich diese Fallzahlen nicht allein auf den Verkehrsbereich, wie das Innenministerium mitteilte. Sie umfassen beispielsweise auch voyeuristische Straftaten oder das Filmen und Fotografieren von hilflosen Menschen, die etwa unter Drogen stehen.

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