Bundesministerin der Verteidigung spricht zu Soldaten in der Wilhelmsburgkaserne in Ulm (Foto: SWR)

Verteidigungsministerin in Ulm 200 Millionen Euro für Bundeswehr-Standort

Ursula von der Leyen (CDU) hat Millionen-Investitionen in den Standort Ulm angekündigt - und die Arbeit des Multinationalen Kommandos Operative Führung gewürdigt.

Lobende Worte und ein warmer Geldregen für Ulm: Am Dienstag hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Rahmen ihrer Sommerreise dem Standort demonstrativ den Rücken gestärkt. In der Wilhelmsburg-Kaserne besuchte sie das Multinationale Kommando Operative Führung. Es übernimmt im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO oder der Europäischen Union die Führung von weltweiten Krisenmanagementeinsätzen. Die Ministerin lobte dessen große Erfahrung, sie zahle sich inzwischen aus.

"Denn wir sehen, dass mit der veränderten Sicherheitslage sowohl aus der Europäischen Union als auch aus der NATO mehr Verantwortung auf Deutschland zugekommen ist und ein Teil dieser Verantwortung hier auch in Ulm deutlich stärker abgebildet wird."

Ursula von der Leyen (CDU), Verteidigungsministerin

Dem NATO-Stützpunkt gehören Stabsoffiziere aus zwölf Ländern sowie mehrere hundert Soldaten an. Sorge macht dem Ulmer Kommando die geringe personelle Beteiligung der anderen Nationen. Lediglich 33 der 165 multinationalen Posten sind aktuell besetzt. Von der Leyen kündigte deshalb Gespräche mit den anderen Verteidigungsministern an.

Geld für Krankenhaus und Infrastruktur

Auch vor diesem Hintergrund investiert der Bund über 200 Millionen Euro in den gesamten Standort. Ein großer Teil wird in das Bundeswehr-Krankenhaus gehen, so die Ministerin, ein zweiter in Infrastruktur und Liegenschaft. Damit wolle sie deutlich machen, dass dieser Standort Zukunft habe. Sie wolle sich für die Attraktivität des Standortes Ulm einsetzen.

Zeitplan für zweites NATO-Kommando

Im Juni hatte die NATO beschlossen, in Ulm ein zweites Kommando anzusiedeln, das die Verlegung und den Schutz von Truppen organisieren soll. Dafür präsentierte von der Leyen einen Zeitplan:

"Wir wollen bis Ende des nächsten Jahres die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Dienstposten besetzt werden, und haben geplant, dass wir bis 2021 dann die volle Funktionsfähigheit dieses NATO-Kommandos hier in Ulm auch zur Verfügung stellen können."

Ursula von der Leyen (CDU), Verteidigungsministerin

Millionenzusagen für Stetten und Niederstetten

Bereits am Montag hatte die Bundesverteidigungsministerin zwei Bundeswehr-Standorte im Land besucht und auch dort finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Albkaserne in Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) soll in den kommenden zwei Jahren 180 Millionen Euro vom Bund bekommen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

In die Heeresfliegerkaserne in Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) investiert der Bund 110 Millionen Euro. Von der Leyen sagte bei ihrem Besuch vor Ort, Niederstetten habe eine Zukunft, denn die Kaserne biete ideale Standort- und Übungsbedingungen.

Die Bundeswehr soll wieder wachsen

Die Verteidigungsministerin sagte in Stetten am kalten Markt auch, nach 25 Jahren "Kürzen und Schrumpfen" sei die Bundeswehr jetzt mitten in einer Trendwende.

"Es ist wichtig für die Männer und Frauen, dass sie wissen, dass jetzt die Phase kommt, wo die Bundeswehr wieder wächst."

Ursula von der Leyen (CDU), Verteidigungsministerin

Laut Mitteilung des Bundesverteidigungsministeriums will sich Ministerin von der Leyen bei ihrer Sommertour über die "jeweiligen Fähigkeiten und Aufgaben" informieren.

Am 3. September wird von der Leyen dann im Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim erwartet.

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