Kreuz gegen Bienen-Volksbegehren am Kaiserstuhl (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa)

Eigenes Volksbegehren der Bauernverbände in BW Ja zum Artenschutz - aber nicht auf Kosten der Bauern

Als Reaktion auf das Volksbegehren "Rettet die Biene" starten die Bauernverbände in Baden-Württemberg eine eigene Online-Petition. Auch sie sind für Artenschutz, allerdings nicht allein auf ihre Kosten.

Der Zeitpunkt ist günstig: Gerade erst hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegen das seit drei Wochen laufende Volksbegehren von Naturschützern positioniert. Jetzt legen die Bauernverbände nach und zwar mit einer eigenen Online-Petition mit dem Titel "Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg". Hier laute der Grundgedanke: Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so der Präsident des Badischen Landwirtschafltichen Hauptverbandes (BLHV), Werner Räpple, im SWR.

Dauer

Bauern wollen Zeche nicht allein zahlen

Soll heißen, dass nicht allein die Bauern die Zeche zur Rettung der Bienen zahlen wollen, wie dies - ihrer Meinung nach - durch das Volksbegehren der Umwelt- und Naturschutzorganisationen bezweckt werde.

Dabei erkennen die Bauernverbände durchaus an, dass es - so Räpple wörtlich - eine Problematik gebe. Man müsse die Landwirte aber mitnehmen und motivieren. Das Volksbegehren stoße sie dagegen vor den Kopf, weil sie einseitig verantwortlich gemacht würden.

Auch der Bauer braucht die Biene

Räpple geht davon aus, dass es ohne Pestizide bislang keinen ausreichenden Schutz für die Ackerbau-Kulturen gibt. "Wenn die Situation eintritt, dass Pflanzenschutz verboten wird, würde das bedeuten, dass auf 30 Prozent der Landesfläche in Baden-Württemberg quasi keine Landwirtschaft mehr möglich wäre. Das wäre total kontraproduktiv auch in Bezug auf den Artenschutz, weil damit auch die Vielfalt kaputt gehen würde," so der Bauernpräsident.

Stattdessen schlagen die Verbände vor, die Pestizide, wo es geht, zu reduzieren. Zudem könne im Bereich von Blühflächen und beim Aussäen von Haupt- und Untersaaten mehr getan werden.

Naturschutzbund: "Unterschreiben Sie einfach beides..."

Der Präsident des NABU Baden-Württemberg, Johannes Enssle, hat sich - ebenfalls im SWR - positiv zum Volksantrag der Bauernverbände geäußert. Er sei eine gute Ergänzung zum Volksbegehren der Naturschutzverbände, mehr allerdings auch nicht. Wörtlich sagte Enssle: Alle Leute, die jetzt verunsichert sind, denen kann ich sagen, unterschreiben Sie einfach beides, sowohl den Volksantrag der Bauern als auch unser Volksbegehren. Es geht beides in die richtige Richtung. "Ein Erfolg ist wichtig, dass auch unsere grüne Landesregierung ein Stück weit unter Zugzwang gesetzt wird."

Dauer

Nabu wirft Bauernverbänden Panikmache vor

Die Bauern seien ein wichtiger Partner bei der Landschaftspflege und beim Erhalt der Natur, so Enssle weiter. Er sei sicher, dass auch in Zukunft Wein am Kaiserstuhl und Obst am Bodensee angebaut werde. In dieser Hinsicht werde von den Bauernverbänden schlichtweg Panik verbreitet.

REDAKTION
STAND