Batterieforschung in Ulm (Foto: SWR)

Batterieforschung in Baden-Württemberg Bei E-Mobilität nur auf Batterien setzen - der richtige Weg?

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E-Autos, angetrieben mit Batterien aus Baden-Württemberg. Das möchte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut erreichen. Kritiker fordern mehr Offenheit gegenüber anderen Technologien.

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Wenn es nach Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) geht, soll Baden-Württemberg in Sachen Batterietechnik Vorreiter werden. Dass ein großes Batterieforschungszentrum nicht in Ulm, sondern in Münster entstehen soll, ärgert sie nach eigenen Angaben immer noch. 400 Millionen Euro Fördergeld vom Bund geht also nicht nach Baden-Württemberg, sondern nach Nordrhein-Westfalen. Mit einem neuen Förderantrag für immerhin 100 Millionen Euro will die Ministerin die Batterieforschung im Land nun doch noch stärken.

Man müsse wettbewerbsfähige Kompetenzen aufbauen bei Batterien und Batteriezellen, so Hoffmeister-Kraut. "Es geht um Preise, es geht um Verfügbarkeiten. Wir dürfen uns hier nicht abhängig machen von den Asiaten." Jetzt sei es noch möglich, selbst in dem Bereich aktiv zu werden.

Ein richtiger Schritt, so Automobilexperten

Zuspruch erhält die Ministerin bei ihrem Vorhaben von Automobil- und Wirtschaftsexperten. Man dürfe zwar auch Alternativen wie beispielsweise Wasserstoff-Antriebe nicht aus den Augen verlieren. Batteriebetriebene Fahrzeuge seien aber momentan am besten geeignet, um neue Fahrzeugkonzepte in den Markt zu bringen, sagt Stefan Reindl von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.

"Man kann nicht nach dem Gießkannenprinzip verschiedene Technologien entwickeln. Man muss Schwerpunkte setzen", so Reindl. Die Entscheidung für ein Batterieforschungszentrum im Land hält er für richtig.

Kritik von der Opposition

Gegenwind kommt hingegen aus der Opposition. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke kritisiert die mangelnde Technologieoffenheit der Wirtschaftsministerin. "Man setzt einzig und allein auf eine Übergangstechnologie, nämlich die E-Mobilität mit Batterieantrieb. Und vernachlässigt die wirklich emissionsfreien Lösungen der Zukunft." Alternativen wären beispielsweise das Fahren mit Wasserstoff durch Brennstoffzellen oder das Fahren mit Erdgas oder synthetischen Kraftstoffen.

Batterien hätten auch viele Nachteile. Die Lithium- und Kobaltgewinnung sei schwierig. Die Entsorgung von Batterien führe zu großen Umweltproblemen. "Und vor allem haben wir nicht genügend Anschlüsse und Verteilernetze, die das Ganze bewältigen", sagt Rülke. Denn was bringt ein E-Auto, wenn man es nirgends aufladen kann?

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Forscher sehen alle emissionsfreien Antriebe parallel

Im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW in Ulm hält man die ganze Diskussion für typisch deutsch. Alles immer nur auf eine Karte setzen zu wollen, sei der falsche Ansatz, so Materialforscherin Magret Wohlfahrt-Mehrens. "Es ist ganz selbstverständlich, dass an batterieelektrischen Fahrzeugen geforscht und entwickelt wird. Genauso an Brennstoffzellen-Fahrzeugen, aber auch an alternativen Kraftstoffen."

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