Eine Zahnarzthelferin sitzt in einer Zahnarztpraxis hinter einem künstlichen, überdimensionierten Gebiss. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa (Archiv))

Barmer-Zahngesundheitsatlas Baden-Württemberger zahlen höchsten Eigenanteil für Zahnersatz

In Deutschland gibt es große regionale Unterschiede bei der Zahngesundheit. Das steht in einem neuen Bericht der Barmer. In Baden-Württemberg gehen vergleichsweise viele Menschen zum Zahnarzt, zahlen aber auch mehr als anderswo.

Der Barmer-Zahngesundheitsatlas stellt den Baden-Württembergern ein ziemlich gutes Zeugnis aus: Im Jahr 2017 waren demnach 72,2 Prozent von ihnen beim Zahnarzt – im Bundesdurchschnitt waren es nur 71,5 Prozent.

Höchster Eigenanteil für neuen Zahnersatz

Allerdings gehört Baden-Württemberg auch zu den Bundesländern, in denen die Versicherten beim Zahnersatz am tiefsten in die Tasche greifen müssen: Mit rund 1.700 Euro Gesamtausgaben pro Versichertem liegt Baden-Württemberg hinter Niedersachsen, Bayern und Bremen auf dem vierten Platz.

Der prozentuale Eigenanteil, den die Versicherten in Baden-Württemberg für neuen Zahnersatz zahlen, ist mit 66,7 Prozent bundesweit am höchsten. Durchschnittlich 1.146 Euro zahlten die Versicherten 2017 aus eigener Tasche. Bundesweit liegt der Eigenanteil bei durchschnittlich 879 Euro.

Grund für den hohen Eigenanteil ist laut Barmer vor allem die Wirtschaftskraft der Versicherten. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Zahnersatz einen festen Zuschuss - wer mehr will als die Regelversorgung, muss die Mehrkosten selbst bezahlen.

Prophylaxe ist Baden-Württembergern wichtig

Was die Zahnvorsorge angeht, sind die Autoren des Berichts mit den Baden-Württembergern sehr zufrieden: Fast 40 Prozent der Kinder zwischen zweieinhalb und drei Jahren waren 2017 bei der Früherkennung, und auch die meisten Jugendlichen gehen weiter zu den Routine-Untersuchungen beim Zahnarzt.

Warum die Baden-Württemberger im Bundesvergleich so gut abschneiden, können die Autoren des Zahngesundheitsatlanten nur vermuten. Einkommen und Bildungsstand spielten aber eine große Rolle, genau wie persönliche Ansprüche zum Beispiel an guten Zahnersatz. Insgesamt werde die Mundgesundheit in Deutschland von Jahr zu Jahr besser.

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