Städte fordern weitere Finanzierung Lucha will Integrationsmanager für Geflüchtete beibehalten

Nach dem ersten Jahr sind die Kommunen in Baden-Württemberg überzeugt vom Förderprogramm mit sogenannten Integrationsmanagern für Geflüchtete. Das ist jedoch auf drei Jahre angelegt. Wie geht es weiter?

Wo kann ich eine Wohnung bekommen? Welchen Deutschkurs muss ich besuchen? Seit rund einem Jahr helfen sogenannte Integrationsmanager den Geflüchteten in Baden-Württemberg, nach dem Auszug aus der Erstaufnahmestelle ihren Alltag zu organisieren und Probleme zu bewältigen. Die Stellen wurden im Rahmen des Pakts für Integration geschaffen - der Anstoß dafür kam aus dem Sozialministerium Baden-Württemberg.

1.200 Integrationsmanager in BW

Nach einem Jahr arbeiten inzwischen knapp 1.200 Manager in den Städten und Landkreisen. Baden-Württemberg gibt dafür insgesamt etwa 171 Millionen Euro vom Bund an die Kommunen weiter. Das Programm ist zunächst auf drei Jahre beschränkt. Weil die Kommunen damit aber sehr zufrieden sind, fordert der Städtebund nun eine Fortsetzung - und damit möglichst bald eine "verlässliche Finanzierung", so ein Sprecher. Denn Integration sei keine Sache von zwei, drei Jahren.

Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) will eine mögliche Verlängerung prüfen. Er sichert den Kommunen zu, dass es eine Nachfolgeregelung geben wird. In welcher Weise und in welcher Höhe, das müsse noch entschieden werden. Diese Entscheidung sei abhängig davon, wie viel Geld den Ländern für diese Arbeit zur Verfügung gestellt wird, so der Sozialminister.

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Foto: dpa Bildfunk)
Lucha sagte: "Ich kann den Kommunen zusichern: Es wird eine Nachfolgeregelung geben."

Welche Aufgaben hat ein Integrationsmanager?

Die Integrationsmanager sorgen dafür, dass Geflüchtete in der sogenannten Anschlussunterbringung Angebote zum Deutschlernen, zur Berufsqualifizierung und zur Integration in den Arbeitsmarkt bekommen. Das Projekt ist laut Sozialministerium bundesweit einzigartig.

Fabian Bodenmiller, Integrationsmanager aus Ravensburg, bespricht mit den Geflüchteten zum Beispiel, wer wie am besten helfen kann. "Es gibt eigentlich kein Thema, das nicht bei uns aufschlägt. Unsere Aufgabe ist nur, zu gucken, was können wir mit den Klientinnen und Klienten selber arbeiten und selber lösen. Und für was schicken wir die Personen weiter an andere Fachstellen, an andere Beratungseinrichtungen, Kultureinrichtungen", so Bodenmiller.

Dauer

Das größte Hindernis bei der Beschränkung des Integrationsprogrammes von drei Jahren ist die Sprachbarriere. "Die ist da, egal wie gut jemand lernt, wie schnell jemand lernt. Und die deutsche Bürokratie ist einfach ein wahnsinniger Wulst und es ist wahnsinnig vielschichtig - und das lerne ich nicht in drei Jahren."

Letztlich hofft Integrationsmanager Fabian Bodenmiller auf eine Fortsetzung des Programms - und auch eine schnelle Entscheidung.

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