Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Guido Kirchner/dpa)

BW-Trend im September 2019 Viele Baden-Württemberger stehen hinter Kretschmann

Winfried Kretschmann will erneut Ministerpräsident werden - die meisten Baden-Württemberger finden das gut. Laut repräsentativer SWR-Umfrage legt er nach acht Jahren im Amt nochmals an Popularität zu.

Nach zwei Amtsperioden wirft Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) noch einmal seinen Hut in den Ring - und trifft damit bei den Baden-Württembergern offenbar ins Schwarze. Seine Ankündigung, bei der kommenden Landtagswahl 2021 erneut als Spitzenkandidat kandidieren zu wollen, stößt bei den Wählern im Land auf große Zustimmung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des SWR.

Nur bei AfD-Anhängern überwiegt Ablehnung leicht

Insgesamt 71 Prozent der Befragten finden es sehr gut beziehungsweise gut, dass Kretschmann noch einmal antreten möchte. Nicht nur bei den Grünen-Wählern ist Kretschmann beliebt: Auch die Anhänger fast aller anderen im Landtag vertretenen Parteien begrüßen mit deutlicher Mehrheit Kretschmanns Ankündigung. Am wenigsten beliebt ist er offenbar bei AfD-Anhängern. Von ihnen befürworten 44 Prozent Kretschmanns Kandidatur. 52 Prozent der AfD-Anhänger finden die Entscheidung schlecht oder sehr schlecht.

Kretschmann punktet mit Politik und Persönlichkeit

In einer offen gestellten Frage konnten die Befragten die Gründe für ihre Haltung angeben. Mehr als die Hälfte der Befürworter finden, dass Kretschmann ein guter Ministerpräsident und fähiger Politiker ist. Auch mit seiner Persönlichkeit punktet Kretschmann: Als weitere Gründe wurden etwa Ehrlichkeit, Bodenständigkeit, Sympathie oder Vernunft angegeben. 11 Prozent gaben allerdings auch an, dass es bei den Grünen in Baden-Württemberg keine gute Alternative zu Kretschmann gibt. Die Grünen waren vielfach kritisiert worden, weil sie sich mit einem neuen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl schwer taten.

BW Trend September 2019: Gründe für Befürwortung erneuter Kandidatur Kretschmanns. (Foto: SWR)

Kretschmann für viele zu alt für weitere fünf Jahre

Diejenigen, die mit der erneuten Kandidatur eher nicht einverstanden sind, gaben als häufigsten Grund an, Kretschmann sei zu alt. Kretschmann wäre bei der Landtagswahl fast 73 Jahre alt und hätte damit das Rentenalter schon lange erreicht. Dass das ein Thema ist, ist ihm bewusst: Bei der Verkündung seiner Entscheidung erklärte er, er fühle sich einer weiteren Amtsperiode von fünf Jahren körperlich und geistig gewachsen.

Weitere Gründe für eine Ablehnung der erneuten Kandidatur sind der Wunsch nach einem personellen Wechsel an der Regierungsspitze Baden-Württembergs, die Ablehnung grüner Politik und die schlechte Bewertung der politischen Arbeit Kretschmanns. Manchen scheint die Politik Kretschmanns zu konservativ zu sein: Sechs Prozent gaben an, er sei nicht grün genug.

BW Trend September 2019: Gründe für Ablehnung erneuter Kandidatur Kretschmanns. (Foto: SWR)

Kretschmann bleibt beliebtester Ministerpräsident

Insgesamt ist die Zufriedenheit mit Ministerpräsident Kretschmann jedoch ungebrochen hoch. Mehr als drei Viertel aller Befragten (77 Prozent) sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Damit stieg die Zufriedenheit im Vergleich zur letzten Umfrage im März 2019 um 5 Prozentpunkte. Im bundesweiten Vergleich bleibt er der Ministerpräsident mit den höchsten Zustimmungswerten.

Kretschmann weit vor CDU-Kandidatin Eisenmann

Wenn Kretschmann bei der Landtagswahl 2021 als Spitzenkandidat antritt, steht seine Herausforderin des Koalitionspartners schon fest: Die CDU schickt Kultusministerin Susanne Eisenmann ins Rennen. Eisenmann reagierte nach außen gelassen auf die Ankündigung des Amtsinhabers, erneut seinen Hut in den Ring zu werfen. An seine Popularität kommt sie momentan allerdings nicht ran: Mit ihrer Arbeit sind aktuell 23 Prozent der Befragten zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden. Entsprechend würde derzeit auch das Ergebnis bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten ausfallen: Gut zwei Drittel der Baden-Württemberger würden sich für Winfried Kretschmann entscheiden, nur jeder achte (13 Prozent) für Susanne Eisenmann.

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