Eine Labormitarbeiterin bereitet eine DNA-Probe zur Analyse vor (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Sven Hoppe/dpa)

Initiative aus Baden-Württemberg Wie die erweiterte DNA-Analyse Ermittlern helfen soll

Elf Männer stehen ab Mittwoch in Freiburg wegen mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung vor Gericht. Eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen spielte die DNA-Analyse, die nun ausgeweitet werden soll.

Die Analyse von DNA-Spuren ist für Ermittler längst zu einem der wichtigsten Hilfsmittel geworden. Bei vielen Gewaltverbrechen sind Speichelreste, Sperma, Blutspuren oder Hautschuppen der Schlüssel zum Ermittlungserfolg. Auch bei der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg führten DNA-Spuren zu den elf Tatverdächtigen, die ab Mittwoch vor Gericht stehen.

Doch die Möglichkeiten der DNA-Analyse sind bisher begrenzt. Denn bisher dürfen laut Strafprozessordnung nur Geschlecht und Abstammung, also die genetische Herkunft, festgestellt werden. Das soll sich nun ändern.

Auch äußerliche Merkmale sollen festgestellt werden

Nach dem Mord an der Freiburger Studentin Maria L. im Oktober 2016 hatte sich die baden-württembergische Landesregierung dafür stark gemacht, die Möglichkeiten der DNA-Analyse auszubauen. Der Fall war zu diesem Zeitpunkt zwar bereits anhand eines gefundenen Haares aufgeklärt worden, doch der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) ist überzeugt, dass die erweiterte DNA-Analyse die Ermittlungen beschleunigt hätte. Im Februar 2017 brachte er einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundesrat ein - mit Erfolg. Die Bundesregierung hat mittlerweile beschlossen, die Strafprozessordnung zu ändern, damit die DNA-Analyse um Merkmale wie die Augenfarbe, Hautfarbe oder Haarfarbe erweitert werden kann.

Phänotypisierung bleibt verboten

Nach wie vor nicht erlaubt ist mit der erweiterten DNA-Analyse die von vielen Kritikern der Reform befürchtete Phänotypisierung - also die Bestimmung, ob der Tatverdächtige zum Beispiel aus dem europäischen, asiatischen oder afrikanischen Raum stammt. Doch auch die Erweiterung um Haarfarbe, Hautfarbe und Augenfarbe ist nach Ansicht von Diplombiologe Alexander Eberhard ein wichtiger Schritt. Eberhard ist beim Landeskriminalamt einer der Sachverständigen für die DNA-Analysen. Er sagt: "Wenn eine Sonderkommission wochenlang im Trüben fischt, könnte man das schneller in die richtigen Bahnen lenken. Wenn man zum Beispiel weiß, dass der Täter blauäugig und blond ist, schließt das viele andere aus."

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