Angestelle steiken in Neckarsulm  (Foto: SWR, Nicole Heidrich)

Streiks im BW-Einzelhandel Rund 600 Streikende legten Arbeit bei Kaufland nieder

Im Einzelhandel wurde am Freitag bundesweit gestreikt - und zwar bei Kaufland. Zu dem Arbeitskampf aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi, auch in Baden-Württemberg.

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Nach den ergebnislosen Tarifverhandlungen im Einzelhandel hatte die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks bei Kaufland aufgerufen. Sie warnte im Voraus vor längeren Warteschlangen an den Kassen und weniger aufgefüllten Regalen.

Angestelle streiken in Neckarsulm (Foto: SWR, Nicole Heidrich)
Nach den ergebnislosen Verhandlungen in der Tarifrunde für den Einzelhandel streiken am Freitag zahlreiche Angestelle aus ganz Deutschland in Neckarsulm. Nicole Heidrich

Verdi protestiert vor Kaufland-Zentrale

Vor der Zentrale von Kaufland in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) fand am Freitagvormittag eine zentrale Protestkundgebung statt. Hier wurden nicht nur Mitarbeiter aus Baden-Württemberg erwartet, sondern auch aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Rund 600 Teilnehmer haben laut Bernhard Franke, Landesfachbereichsleiter bei Verdi Baden-Württemberg, an dem Streik teilgenommen. Bundesweit sollen es mehr als 2.000 Angestellte gewesen sein.

"Wir werden die Streiks nun noch verstärken und ausweiten, damit die Arbeitgeber begreifen, ihre Hinhaltetaktik macht keinen Sinn."

Bernhard Franke, Landesfachbereichsleiter Verdi Baden-Württemberg

Mit den Warnstreiks will Verdi in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Außerdem hofft die Gewerkschaft, dass die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland gehört, Einfluss auf die Verhandlungen nimmt. "Der Schwarz-Konzern kann es richten, wenn er nur will", sagte Verdi-Verhandlungsführer Franke.

Kritik an den befristeten Arbeitsniederlegungen kam vom Handelsverband Baden-Württemberg. Dessen Sprecher sagte: "Warnstreiks dieser Art treffen vor allem die Verbraucher und gefährden in einer Zeit, in der sich der Handel in der größten Transformation seiner Geschichte befindet, noch mehr Arbeitsplätze."

Tarifverhandlungen unterbrochen

Am Mittwoch war in Korntal-Münchingen (Kreis Ludwigsburg) die dritte Verhandlungsrunde für den baden-württembergischen Einzelhandel mit rund 490.000 Beschäftigten ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber bieten bislang 1,7 Prozent im ersten Jahr und 1,2 Prozent im zweiten Jahr. Die nächste Verhandlungsrunde findet in Baden-Württemberg am 8. Juli statt.

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