Aktionsbündnis legt Weißbuch vor Behandlungsfehler bei zehntausenden Klinikpatienten

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat am Donnerstag in Berlin sein Weißbuch vorgestellt. In Baden-Württemberg liegt die Zahl der medizinischen Komplikationen demnach bei bis zu 86.000 Patienten pro Jahr.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Im vorgestellten 600 Seiten dicken Weißbuch des Aktionsbündnisses Patientensicherheit beklagen die Autoren, dass es für die Krankenhäuser immer noch keine bundeseinheitliche Hygiene-Richtlinie gebe und auch kein Fehlermeldesystem. Das sollte für alle Krankenhäuser Pflicht sein - so wie auch Teamtrainings und die Einbindung der Thematik Patientensicherheit in Ausbildung, Studium und Lehre.

Hochrechnung zu "Vermeidbaren Unerwünschten Ereignissen"
2016KrankenhausfälleUnerwünschte EreignisseVermeidbare Unerwünschte Ereignisse
Bundesweit19.532.7791 - 2 Mio400.000 - 800.000
Baden-Württemberg2.165.422108.000 - 216.00043.000 - 86.000

Hochrechnung: Zehntausende Betroffene in BW

In Baden-Württemberg lassen sich pro Jahr etwas über zwei Millionen Menschen in Krankenhäusern behandeln. Den Hochrechnungen nach kommt es in maximal 10 Prozent der Fälle zu Problemen, die nichts mit der bestehenden Erkrankung zu tun haben und in maximal 4 Prozent der Fälle ist ein Behandlungsfehler nachweisbar.

Um Patienten vor Mängeln und Fehlern zu bewahren, gibt es aus Expertensicht weiter erheblichen Verbesserungsbedarf in allen Bereichen des Gesundheitswesens. Isolierte Maßnahmen allein reichten dafür nicht aus, erklärten das "Aktionsbündnis Patientensicherheit" und der Verband der Ersatzkassen. Trotz Fortschritten werde Patientensicherheit oft immer noch als Kostenfaktor gesehen - dabei sei sie tatsächlich ein "Erfolgsfaktor". Wichtig sei auch mehr Transparenz, um Patienten stärker direkt einbeziehen zu können.

Patienten sollten befragt werden

Einen wichtigen Beitrag könnten auch Betroffene und ihre Angehörige selbst leisten, die dafür aber informiert sein müssten. "Patienten sind oft die einzigen, die den gesamten Behandlungsprozess kennen", heißt es in dem Forderungspapier. Daher müssten sie systematisch über anstehende Behandlungen und mögliche Alternativen aufgeklärt werden. Ausgebaut werden sollten auch regelmäßige Patientenbefragungen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW
STAND