Studenten sitzen in einem vollen Hörsaal der Universität Heidelberg (Foto: SWR)

Ministerin will Studienbetrieb aufrechterhalten

Hochschulen in BW rechnen mit 2G-Regelung für Präsenzvorlesungen

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Ab sofort gilt an Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen in Baden-Württemberg die Maskenpflicht. Zur Eindämmung des Coronavirus könnte ab Montag 2G eingeführt werden.

Auch an den Hochschulen in Baden-Württemberg wird mit der neuen "Alarmstufe II" die 2G-Regel eingeführt, diese tritt am Montag in Kraft. Voraussetzungen sind die stark ausgelasteten Intensivstationen und Krankenhäuser im Land. Die neue "Alarmstufe II" bleibt in Kraft, solange mehr als 450 Intensivbetten belegt sind oder die Hospitalisierungsinzidenz bei über 6 liegt. Stand Mittwoch waren 517 Betten belegt und die Hospitalisierungsinzidenz bei 6,1.

Schon jetzt gilt in allen Innenräumen der Hochschulen eine generelle Maskenpflicht, wie das Wissenschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, auch außerhalb des Hörsaals.

2G: Kein Zutritt zum Hörsaal für Ungeimpfte möglich

Sollte sich die Lage auf den Intensivstationen nicht bessern, gilt für Lehrveranstaltungen ab kommendem Montag die sogenannte 2G-Regel. Das würde bedeuten, dass nur noch geimpfte oder genesene Studierende dann Zutritt zu den Präsenzveranstaltungen hätten.

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Ausnahmen der 2G-Regelung gelten für Praxisveranstaltungen, wie beispielsweise Laborpraktika, Prüfungen und das Besuchen von Bibliotheken. Ebenso in Mensen und Cafeterien. Hier soll laut Ministerium weiterhin auch ein negativer Schnelltest ausreichen, um Zutritt zu bekommen. Die Corona-Verordnung für den Studienbetrieb ist wegen der angespannten Pandemielage und der steigenden Infektionswerte angepasst worden, teilte das Wissenschaftsministerium mit.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
Die Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) will Präsenzunterricht aufrechterhalten picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Corona-Regeln an Unis sollen stichprobenartig kontrolliert werden

Die Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen seien angewiesen worden, die Kontrollen zur Einhaltung der Regeln auszuweiten und zu sanktionieren. Gab es bislang bei größeren Veranstaltungen nur Stichprobenkontrollen, muss nun jeder Student einen Nachweis zeigen. "Wir tun alles dafür, um den gerade erst zurückgewonnenen Präsenzstudienbetrieb für die Studierenden aufrechtzuerhalten", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Die Ministerin rief dazu auf, sich an die verschärften Regeln zu halten. "Verstöße gegen die Regelungen sind keine Kavaliersdelikte."

Viele Studierende wünschen sich Hybridveranstaltungen

Trotz Corona-Regeln fühlen sich nach SWR-Informationen beispielsweise an der Universität Heidelberg manche Studierende unwohl, wenn sie in einem Hörsaal mit mehreren Hundert Menschen dicht an dicht sitzen. Einige Gruppen, wie Schwangere oder Studierende mit chronischen Erkrankungen, sind nicht geimpft. Sie wünschen sich mehr Hybridunterricht, damit sie selbst entscheiden können, ob sie eine Vorlesung im Hörsaal oder zu Hause vor dem Bildschirm verfolgen wollen.

"Wir sollten uns nicht in falscher Sicherheit wiegen", sagt Peter Abelmann dem SWR. Er ist Vorstand der Verfassten Studierendenschaft (VS) an der Universität Heidelberg. Er meint, die Universität sollte flexibler reagieren und Vorlesungen sowohl in Präsenz als auch virtuell anbieten. Doch die Uni Heidelberg hält an ihrem Corona-Konzept fest, auch wenn nicht alle Studierenden damit zufrieden sind.

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