Handwerker auf einem Hausdach: Eine 4-Tage-Woche – damit kann der Handwerksbetrieb Alfred Keller in Überlingen besonders punkten.  (Foto: Pressestelle, Presse/Afred Keller GmbH)

Attraktives Ausbildungsangebot am Bodensee

Ausbildungsbetrieb mit 4-Tage-Woche: Mehr Bewerber als Stellen

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Wolfgang Brauer
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Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)

Ein Handwerksbetrieb in Überlingen hatte auch in diesem Jahr doppelt so viele Bewerber wie Ausbildungsplätze. Klempnermeister Alfred Keller konnte sich neue Azubis aussuchen.

Das Handwerk sucht seit einigen Jahren händeringend junge Menschen, die die vielen freien Ausbildungsplätze besetzen - doch die meisten Unternehmen finden keine. Im Gegensatz zu dem Sanitär- und Lüftungs-Betrieb von Alfred Keller am Bodensee. Er und sein 25-köpfiges Team werben in Schulen, in sozialen Medien und auf ihren Firmenfahrzeugen für die Ausbildung im Sanitär-Heizung-Klima-Bereich. Als besonderes Bonbon gibt es in der Firma die 4-Tage-Woche, die auch seinen acht Auszubildenden einen zusätzlichen freien Tag und ein langes Wochenende beschert.

Während andere Handwerker jammern, dass sie keine Azubis mehr finden, kann Firmeninhaber Alfred Keller aus dem Vollen schöpfen. Diesen Sommer hatte er drei Ausbildungsplätze:

„Wir hatten so ungefähr zehn Bewerber. Das kommt aber auch dadurch, dass wir an Schulen präsent sind. Wir sind bei vielen Bildungsveranstaltungen. Wir sind in den Social Media - bei Instagram, Facebook, LinkedIn - breit aufgestellt. Vor Kurzem hat ein Industriepartner zu mir gesagt, es ist schwer, euch nicht jeden Tag wahrzunehmen.“

4-Tage-Woche: Gewinn für alle

Alfred Keller hat sich einiges einfallen lassen, um im Wettkampf mit anderen Firmen Azubis an Land zu ziehen. Sein Betrieb ist engagiert im Gesundheitsmanagement. Seine Mitarbeitenden gehen zu Gesundheitstrainings. Frisches Obst steht jeden Tag im Betrieb. Es gibt Schulungen, Weiterbildungen und: seit drei Jahren auch die 4-Tage-Woche. Sie sei für alle im Betrieb ein Gewinn. Von Montag bis Donnerstag wird dafür länger gearbeitet.

SWR-Reporter Wolfgang Brauer hat den Ausbildungsbetrieb besucht:

„Die Mitarbeiter sind zufriedener. Am Freitag hatte man immer nur den halben Tag. Da war die Produktivität natürlich nicht so hoch wie an den anderen vier Tagen und dadurch, dass das dann auf die anderen vier Tage aufgeteilt wurde, hat man einfach eine Produktivitätssteigerung gehabt und eben durch diesen Erholungstag am Freitag konnten alle auch motiviert werden und eben erholt am Montag dann wieder beginnen zu arbeiten."

Keine Überstunden, kein Auspowern

Anfangs habe es noch die Angst gegeben, dass es durch die 4-Tage-Woche zu Überstunden käme. Und auch, dass es körperlich zu anstrengend werden könnte. Aber jetzt im Nachhinein sei das eigentlich kein Thema, erklärt Lara Keller. Der Sanitär- und Lüftungs-Betrieb vom Bodensee wirbt inzwischen auch an Gymnasien. Jetzt fängt gerade der zweite BA-Student (BA bedeutet Berufsakademie) sein duales Studium an. Das heißt: Er arbeitet studienbegleitend fest mit im Betrieb.

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