Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Atomares Endlager an der deutschen Grenze

Meinung: Auf gute, strahlende Nachbarschaft!

STAND
AUTOR/IN
Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Selbstverständlich darf die Schweiz ein atomares Endlager an der Grenze zu Deutschland bauen, meint Martin Rupps. Die Deutschen sind nicht einmal untereinander gute Nachbarn.

Deutschland bekommt ein unterirdisches Endlager für hoch radioaktiven Müll – nicht selbst, aber direkt vor seiner Nase. Der Standort "Nördlich Lägern" in der Schweiz liegt nur wenige Kilometer vom deutschen Hohentengen (Kreis Waldshut) entfernt. Dort werden jetzt Sorgen um das Grundwasser laut.

Hohentengen

Atomendlager an der deutschen Grenze "Die Geologie hat gesprochen": Schweiz begründet Standort für Atomendlager

Die Schweiz begründet, warum sie für das Atomendlager das Gebiet "Nördlich Lägern" gewählt hat. Es ist wenige Kilometer von Hohentengen im Kreis Waldshut entfernt.  mehr...

Ob die vollmundige Behauptung der Betreibergesellschaft, "die Geologie hat gesprochen", zutrifft, müssen Fachleute entscheiden. Der Vorwurf an die Eidgenossen, sie hätten politisch rücksichtslos entschieden, erscheint mir überflüssig. Selbstverständlich hat die Schweiz das Recht, ihr Endlager auf einem Grenzland zu bauen. Übrigens ist sie damit weiter als die Politik in Deutschland, wo Landesmütter und -väter seit Jahren hoffen, der Kelch möge an ihnen vorübergehen.

Schweizer tun, was alle machen

Die Schweizer tun, was alle tun: Was Lärm macht oder stinkt oder giftig ist, kommt vor Nachbars Garten. Der Nachbar kann sich politisch nicht wehren. Die Beteuerung der Schweizer Endlagerbauer, politische Bequemlichkeit habe bei der Standortwahl keine Rolle gespielt, nehme ich ihnen nicht ab.

Flieger zum Flughafen Frankfurt beginnen mit der Landung am rheinland-pfälzischen, nicht hessischen Himmel. Soll es doch über Mainz dröhnen! Die Deutschen sind sogar untereinander schlechte Nachbarn.

Mehr Meinungen im SWR

"Zwei Minuten": Die Kolumne zum Wochenende Meinung: Die Brille und die vierte Welle

Wenn es draußen kalt wird, geht es mit der beschlagenen Brille wieder los - der Corona-Maske sei Dank. Das erinnert an den Herbst vor einem Jahr. Doch eigentlich ist alles anders, meint Gerhard Leitner.  mehr...

Kein Bock, Termine abzusagen Meinung: Absagen - eine Zeitverschwendung

Leute sagen nicht ab, wenn sie das Interesse verloren haben. Martin Rupps sieht darin eine neue Wurstigkeit, die ihn selbst ein bisschen befällt.  mehr...

Lecks an Nord Stream 1 und 2 Meinung: Weidel, Wagenknecht und Kubicki gucken in die Röhre

Die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 sind futsch. Das bringt in Deutschland Populisten unterschiedlichster Couleur in Bedrängnis, meint Stefan Giese.  mehr...