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Asylbewerber Fast 70 Prozent müssen wieder gehen

Die Zahl wächst stetig: Von bis zu 800.000 Flüchtlingen, die 2015 nach Deutschland kommen sollen, ist bereits die Rede. Wo kommen sie her, wie stehen ihre Chancen zu bleiben?

Von Utku Pazarkaya, Redaktion SWR International

Abschiebung Flüchtlinge

Abgelehnte Asylbewerber am Baden-Airport in Rheinmünster.

Nach den aktuellen Zahlen stammen die meisten Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Im Juni machten die Syrer gut ein Fünftel aller Asylbewerber aus. Sie genießen in der Regel in Deutschland Schutz.

Wenn die Behörden nachweisen können, dass ein Flüchtling über ein anderes sicheres Land nach Deutschland eingereist ist, kann er allerdings dorthin zurückgeschickt werden.

Albaner haben praktisch keine Asylchance

Die zweitgrößte Gruppe der Flüchtlinge kommt derzeit aus Albanien. Ihre Anträge werden in der Regel abgelehnt. Im vergangenen Jahr erhielten nur zwei Prozent der Albaner einen Schutz. Die Flüchtlinge vom Balkan stehen derzeit besonders im Focus. Wegen ihrer großen Zahl, und weil sie praktisch keine Chance auf Asyl haben.

Ein Drittel aller Asylbewerber stammte im Juni aus Balkanländern. Drei dieser Länder zählen zu den sogenannten sicheren Herkunftsstaaten. Das sind Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina.

Jeder Antrag wird einzeln geprüft

BAMF

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg

Mit dem Gesetz zu den sicheren Herkunftsstaaten geht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Regenfall davon aus, dass in diesen Staaten dem Antragsteller keine Verfolgung droht. Wer aus einem sicheren Herkunftsstaat kommt, dessen Asylantrag wird regelmäßig als offensichtlich unbegründet abgelehnt.

Auch für die sicheren Herkunftsstaaten gilt allerdings, jeder Antrag wird vom BAMF einzeln geprüft. Jeder Asylbewerber kann für sich darlegen, dass er trotz allem mit Verfolgung rechnen muss. Die Anerkennungsquote allerdings liegt weit unter einem Prozent.

Viele klagen gegen die Ablehnung

2014 ergaben die Prüfungen der Asylanträge eine sogenannte Gesamtschutzquote von gut 30 Prozent. Gesamtschutzquote deshalb, weil es noch verschiedene Stufen des Flüchtlingsschutzes unterhalb des Asyls gibt. Alle Personen, denen kein Schutz zusteht, müssen Deutschland wieder verlassen. Im vergangenen Jahr waren das fast 70 Prozent.

Wenn das Bundesamt für Migration den Antrag ablehnt, steht einem Asylbewerber der Rechtsweg offen. Im vergangenen Jahr zogen immerhin 40 Prozent von ihnen vor Gericht. Bei Bürgern aus dem Kosovo waren es sogar fast 60 Prozent, die geklagt haben.

Online Redaktion: Peter Mühlfeit und Christine Härrer