Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Angela Merkel zurück in der Öffentlichkeit

Meinung: Frau Merkel, darf ich eine Bitte äußern?

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Die frühere Bundeskanzlerin nimmt wieder öffentliche Termine wahr und Martin Rupps würde ihr gern viele Fragen stellen.

Hätte ich ein Promi-Interview frei, fiele die Wahl nicht auf Elon Musk oder den Papst, sondern auf Angela Merkel. Sie absolvierte am Mittwoch den ersten öffentlichen Auftritt seit ihrem Rückzug aus der Politik. Mein Gesprächswunsch folgt keiner Sympathie oder Bewunderung für die ehemalige Bundeskanzlerin, im Gegenteil: Angela Merkel ist mir im Reden und Handeln immer sphinxhaft erschienen – mehrdeutig, vage. In der ehemaligen DDR lernte sie, beim Reden wenig zu sagen. In der Bundesrepublik musste sie schlauer und härter sein als ihre männlichen Gegenspieler.

Merkel äußert sich "Barbarischer Angriffskrieg Russlands"

Als Bundeskanzlerin außer Dienst wolle sie keine Einschätzungen von der Seitenlinie abgeben: Zum Ukraine-Krieg sagte Angela Merkel dann aber doch etwas. Kein Wort jedoch über ihre…  mehr...

Vielleicht, so lautet meine Hoffnung, verstehe ich diese Persönlichkeit besser, wenn sie mir Fragen beantwortet. Etwa ob sie ihre vieljährige Schinderei in der Politik immer noch gut findet oder bereut, sich nicht früher mehr Zeit für private Reisen genommen zu haben. Und was sie glaubt, das von ihrer politischen Lebensarbeit bleibt – bleiben soll. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirft, kaum dass Angela Merkel aus dem Amt geschieden ist, lange Schatten auf ihre damalige Außen- und Energiepolitik.

Lange Schatten auf Merkels Politik

Nein, es entspricht nicht Angela Merkels Art, derlei Fragen zu beantworten. Ich muss die Antworten selbst finden. Auch eine Antwort auf die Frage, ob mir die "Merkel-Jahre" in guter oder mäßiger Erinnerung bleiben. Die damalige Bundeskanzlerin traf Entscheidungen, die mich direkt angehen. Sie hielt Reden, auf denen ich gedanklich lange herumkaute.

Sehr geehrte Frau Merkel, darf ich eine Bitte äußern? Bitte sparen Sie Themen wie die oben angesprochenen nicht bei Ihrer geplanten Autobiographie aus. Dann werde ich sie lesen, vom Anfang bis zum Ende.

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