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Die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer würde auch nach der Bundestagswahl gerne als Verteidigungsministerin weitermachen. Das sagte sie im SWR Interview der Woche.

Es gebe noch einiges, was jetzt zwar angestoßen werde, aber sicher nicht bis zum Ende der Legislatur zu Ende gebracht sei, sagte die ehemalige CDU-Vorsitzende: "Und natürlich wünscht man sich immer, und das geht mir auch so, dass das, was man angefangen hat, dass man das auch beenden kann."

Der entscheidende Punkt sei für sie aber das Vertrauen der Truppe. "Wenn die Truppe das Gefühl hat, das ist bei mir in guten Händen, dann ist das etwas, was mich freut", sagte Kramp-Karrenbauer.

"Ein Stück gewonnene Lebensqualität"

Die Ministerin sagte, für ein Bundestagsmandat werde sie kandidieren. Sie habe gemeinsam mit ihrer Familie überlegt, ob sie die Situation jetzt nutze, um einen Schnitt zu machen und zu sagen, sie höre mit der Politik auf.

"Die Leidenschaft für Politik hat sich dann doch durchgesetzt."

Annegret Kramp-Karrenbauer

Der Verzicht auf den CDU-Vorsitz und die damit weggefallene Doppelbelastung bedeute für sie "auch ein Stück gewonnene Lebensqualität".

KSK-Zwischenbericht im März angekündigt

Mit Blick auf das KSK, das Kommando Spezialkräfte in Calw, äußerte sich Kramp-Karrenbauer zuversichtlich. Im März will das Verteidigungsministerium den zweiten Zwischenbericht zur Umstrukturierung nach einer Reihe rechtsextremer Vorfälle vorlegen.

Der zweite Zwischenbericht werde sich auch noch einmal mit dem Thema Munition befassen. Und dabei gehe es auch um die Frage, was bei Verwaltung und Umgang mit Munition besser gemacht werden könne.

Corona-Einsatz bleibt für Bundeswehr nicht ohne Spuren

Zurzeit sind rund 19.000 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der Corona-Amtshilfe im Einsatz, zunehmend auch bei Impfungen. "Dort sind wir in die Planungen eingebunden gewesen. Und je mehr Impfstoff kommt, je mehr Impfungen stattfinden können, desto mehr werden wir dort natürlich auch unterstützen", sagte Kramp-Karrenbauer im SWR.

Ein so großer und langer Amtshilfe-Einsatz bleibe natürlich nicht ohne Spuren. "Wir arbeiten gerade an einem Plan, um zu sehen, was ist liegengeblieben? Und was müssen wir aufbauen und abbauen", sagte Kramp-Karrenbauer. Aber es sei klar, solange die Bundeswehr gebraucht werde, solange werde sie auch helfen.

Baldiger Truppenabzug in Afghanistan unwahrscheinlich

Vor der Konferenz der NATO-Verteidigungsminister in der kommenden Woche erklärte Kramp-Karrenbauer, einen Truppenabzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan Ende April, so wie es ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban vorsieht, halte sie für unwahrscheinlich.

"Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir davon ausgehen, dass wir diesen Termin wahrscheinlich nicht halten können, weil die USA, die neue Administration, angekündigt hat, dass sie sich dieses Abkommen nochmal anschaut", sagte Kramp-Karrenbauer.

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