Kirsten Tromnau (Foto: SWR)

Aggressive Fans im Amateur-Fußball. Ein Kommentar

Mutige Schiris verzweifelt gesucht

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Kirsten Tromnau

Immer mehr Schiedsrichter im Amateur-Fußball hören auf, weil sie nicht nur auf dem Spielfeld sondern auch privat bedroht werden. Kirsten Tromnau meint, das Problem müssen die Vereine lösen.

Im Rhein-Lahn-Kreis wollen immer weniger Schiedsrichter Fußballspiele pfeifen. Nicht nur dort, gerade in den unteren Klassen und sogar bei den Kinder- und Jugendspielen machen aggressive Fans und überambitionierte Eltern den Schiris das Leben zur Hölle.

Im Rhein-Lahn-Kreis wollen immer weniger Schiedsrichter Fußballspiele pfeifen (Foto: IMAGO, Imago / Avanti)
Im Rhein-Lahn-Kreis wollen immer weniger Schiedsrichter Fußballspiele pfeifen Imago / Avanti

In den vergangenen drei Monaten haben im Rhein-Lahn-Kreis elf Schiedsrichter ihre Pfeife zurückgegeben, weil sie auf dem Spielfeld, nach oder vor den Spielen und in den Social-Media-Kanälen massiv und aggressiv bedroht werden. 

Mehr Platzordner sollen helfen 

Das Problem mit pöbelnden Fans ist auch im Amateur-Fußball schon seit Jahren bekannt. Der Rhein-Lahn-Kreis plant, dass künftig mehr Platzordner am Spielfeldrand ausrastende Familienangehörige in den Griff bekommen sollen. 

Das ist zu kurzfristig gedacht. Die vergangenen zehn Jahre haben gerade im Rhein-Lahn-Kreis gezeigt, dass mehr Ordner oder Polizeischutz am Spielfeldrand keine Lösung ist. Ich finde, dass die Vereine mehr in die Verantwortung genommen werden müssen. Ähnlich wie bei großen Clubs, stelle ich mir eine saftige Geldstrafe oder sogar mal ein Spiel ganz ohne Zuschauer vor.

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