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Ein totes Wildschwein in Brandenburg war mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert. Das hat die Landwirtschaftsministerin bestätigt. Jetzt drohen Folgen für die Landwirtschaft.

Die Tierseuche Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bestätigte in Berlin, es gebe einen ersten Fall. Der Handel werde nun lediglich für im "einzurichtenden Restriktionsgebiet liegende Betriebe eingeschränkt", erläuterte die Ministerin weiter:

Zuvor war ein totes Wildschwein in Brandenburg an der Grenze zu Polen gefunden worden, bei dem zunächst nur der Verdacht bestand. Eine Probe war dann im Friedrich-Loeffler-Institut virologisch untersucht worden.

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest soll verhindert werden

Ab sofort werden die Behörden möglichst alles versuchen, eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, davon geht SWR-Umweltexperte Werner Eckert aus. Im Detail heißt das: Als erstes wird wohl ein Hochrisikogebiet festgelegt, in dem nach weiteren verendeten Tieren gesucht wird. Wie groß dieser Bereich werden könnte, das legen die Behörden vor Ort fest.

Eine Tierärztin stellt einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem Grenzfluss Neiße auf. Das Land Brandenburg setzt daher lokal und zeitlich begrenzt mobile Wildschutzzäune je nach Gefährdungslage ein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)
Das Land Brandenburg setzt bereits seit einigen Monaten mobile Zäune ein, um zu verhindern, dass Wildschweine die Afrikanische Schweinepest aus Polen einschleppen. picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Darüberhinaus wird in einer Zone von mindestens 15 Kilometern um das Hochrisikogebiet herum ein gefährdetes Gebiet eingerichtet. Dort könnten auch mobile Zäune aufgebaut werden. In diesem Gebiet würden vorerst auch der Transport und Auslauf von Schweinen verboten. Jäger könnten verpflichtet werden, gezielt nach den verendeten Tieren zu suchen und Wildschweine zu jagen.

Auswirkungen auf Schweinezucht in ganz Deutschland

Auch wenn die Afrikanische Schweinepest "nur" in Ostdeutschland bestätigt wurde, müssen Schweinezuchtbetriebe in ganz Deutschland mit finanziellen Folgen rechnen. Denn schon mit dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest gilt Deutschland insgesamt nicht mehr als "seuchenfrei". Das hat gravierende Folgen für Schweinefleisch-Exporte in Drittländer außerhalb der EU. Dorthin geht immerhin gut ein Drittel der deutschen Ausfuhren.

 Mitarbeiter eines Veterinäramtes bergen während einer Übung ein totes Wildschwein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa)
Proben für den Ernstfall: Die ostdeutschen Bundesländer haben bei großangelegten Übungen bereits durchgespielt, wie sich die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest möglichst verhindern ließe. picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Besonders Asien ist ein wichtiger Absatzmarkt - auch für Produkte, die hier keiner will, wie etwa Schweineohren, -schwänze und -pfoten. Schon bei der konventionellen Schweinepest hat sich gezeigt, dass Staaten wie China, Japan und Korea sofort, wenn eine solche Seuche in einem Land auftritt, kein Schweinefleisch von dort mehr abnehmen.

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