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Deutschland droht eine zweite Corona-Welle und die Gesundheitsämter sind am Anschlag. Amtsärzte beklagen, dass Personal fehle. Laut Hartmannbund liegt das an fehlenden Karrieremöglichkeiten.

Die Arbeit in den Gesundheitsämtern müsse für Ärzte attraktiver werden, sagte Klaus Rinkel, Vorsitzender des Landesverbandes Baden-Württemberg des Hartmannbundes, im SWR. Das Hauptproblem sei die Eingliederung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in die kommunalen Strukturen. Dadurch würden Ärzte in Gesundheitsämtern schlechter bezahlt, "weil die Tarifstrukturen nicht denen im restlichen medizinischen Bereich entsprechen."

Schlechte Karrierechancen in Gesundheitsämtern

Außerdem hätten sich die Karrierechancen für Ärzte in Gesundheitsämtern verschlechtert. Für Mediziner sei es schwierig, eine Abteilungsleitung zu bekommen, weil auch Kenntnisse aus nicht gesundheitsspezifischen Bereichen erwartet würden. "Die Wahrscheinlichkeit angenommen zu werden, ist relativ gering."

Medizinische Personal muss in Leitungspositionen

Rinkel machte sich dafür stark, dem medizinischen Personal wieder mehr Kompetenzen innerhalb der kommunalen Strukturen zu geben. Es müssten Ärztinnen und Ärzte sein, die auf allen Ebenen der Gesundheitsämter Entscheidungen treffen würden: "Wir können es nicht weiter tolerieren, dass die oberen Leitungspositionen von anderen als von ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt werden."

Gesundheitsämter mit Schlüsselrolle in Corona-Pandemie

Den etwa 400 Gesundheitsämtern in Deutschland kommt in der Corona-Pandemie eine entscheidende Bedeutung zu. Sie sind für die Kontaktverfolgung von mit dem Virus Infizierten zuständig. Da in der Urlaubszeit viele vermehrt in Deutschland und in Europa unterwegs sind, könnten die Corona-Fälle in den nächsten Wochen weiter ansteigen.

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