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Absturz von Flug 4U9525 Suche nach Ursache oder Schuldigen

Der zweite Flugschreiber des verunglückten Germanwings-Airbus in Frankreich fehlt noch immer. Ein technischer Defekt als Absturzursache kann noch nicht ausgeschlossen werden.

Search works to collect debris and find the second black box resume at the crash site of the Germanwings Airbus A320 in the French Alps

Die Suche am Absturzort in den französischen Alpen.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf schließt aus den bisherigen Ermittlungsergebnissen, dass der Co-Pilot des Fluges 4U9525 die Maschine bewusst in den Alpen zum Absturz gebracht haben könnte. So die Informationen, nachdem der Stimmenrekorder aus dem Cockpit ausgewertet wurde. Außerdem gibt es täglich neue Spekulationen über den Piloten.

Wir haben bei Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt nachgefragt, wie er die derzeitige Lage bei der Suche nach der Absturzursache einschätzt.

Auf dem Stimmenrekorder sind Geräusche aus dem Cockpit zu hören. Die Staatsanwaltschaft schließt daraus, dass der Copilot den Piloten ausgesperrt und dann den Sinkflug eingeleitet hat. Vom Flugdatenschreiber ist jedoch nur die Hülle gefunden worden - der Chip mit den Aufzeichnungen fehlt. Hat es das schon mal so gegeben nach einem Absturz?

Es hat schon Fälle gegeben, dass der Flugschreiber nicht lesbar war - so stark beschädigt war, obwohl die Dinger wirklich extrem getestet werden. Aber, dass der Speicherchip nicht auffindbar ist, daran könnte ich mich nicht erinnern.

Die französischen Ermittler untersuchen weiterhin die Möglichkeit, dass die Maschine wegen eines technischen Defekts abgestürzt ist. Wie schätzen Sie das ein?

HANDOUT - Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt (undatiertes Foto)

Heinrich Großbongardt mit seiner Einschätzung zu den Ermittlungen der Absturzursache

Man muss unterscheiden: Was sagt die Staatsanwaltschaft, was ist deren Aufgabe? Was sagt die Unfalluntersuchungsbehörde? Die Staatsanwaltschaft sucht nach Schuldigen. Die sind alles andere als Luftfahrtexperten. Was von da kommt, muss man immer mit Vorsicht betrachten.

Unfalluntersucher suchen nach der Ursache des Unfalls, zunächst mal ohne Schuld. Da geht es darum, sich nicht mit der erstbesten Antwort zufrieden zu geben und sei sie auch noch so plausibel. Das heißt, es ist natürlich immer noch möglich, dass es doch etwas Technisches war. Und der Ehrgeiz der Unfalluntersucher muss natürlich darin bestehen, auch diese Möglichkeit auszuschließen, damit nicht irgendetwas unentdeckt bleibt.


Das Interview führte Stefan Eich, Onlinefassung: Biggi Hoffmann / Christine Trück